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Lothar Schuchmann ist ein kommunalpolitischer Spätstarter – mit 69 Jahren ist der Kinderarzt, der noch nie in einem Gemeinderat saß, der Älteste unter den Neuen. Der waschechte Freiburger kann sich seiner neuen Aufgabe mit ganzer Kraft widmen. Denn mit dem Praktizieren hat der Spezialist für Rheumaerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen im vergangenen Jahr altersbedingt aufgehört – nur ungern, wie er einräumt. Der Beruf – die Praxis in Landwasser hatte er 1984 von einem verstorbenen Freund übernommen – hat Lothar Schuchmann geprägt: Neben den gesundheitlichen Aspekten lagen dem habilitierten Mediziner, der viele Jahre lang auch Vorlesungen an der Technischen Universität München hielt, stets auch die sozialen Aspekte seiner jungen Patienten und deren Familien am Herzen: "Die soziale Ungerechtigkeit wird gerade bei Kindern oft übersehen. Da kriege ich einen Wutanfall."
Seit langem engagiert sich Schuchmann ehrenamtlich im Deutschen Kinderschutzbund. So ist es nur folgerichtig, dass er nun, da er mehr Zeit hat, auf politischer Ebene etwas zu bewegen versucht. Dass ihm das gelingen wird, davon ist der frühere Sozialdemokrat, der 1993 aus Ärger über die SPD-Asylpolitik die Partei verließ und 2004 den Vorläufer der Partei Die Linke, die Freiburger WASG, mitbegründete, überzeugt. Vor langen Gemeinderatsdebatten und komplexen Beschlussvorlagen ist ihm jedenfalls nicht bange: "Da werde ich mich nicht entmutigen lassen. Dafür bin ich zu alt und zu starr."
BIOGRAFISCHES
geboren am 9. März 1940 in Freiburg, verheiratet, Vater von vier erwachsenen Kindern und sechs Enkel
Beruf: Habilitierter Kinderarzt, seit 2008 im Ruhestand; bis 2006 auch Dozent an der Technischen Universität München
Wohnort: Wiehre
Hobbys: Geschichte und Heimatkunde