Zum Abschluss der "Wochen der CDU" hat Bundesverteidigungsminister Dr. Franz Josef Jung in Böhmenkirch gesprochen. Vor dem Auftritt des Ministers gab es eine Demonstration von Mitglieder der Linken. BERNWARD KEHLE Böhmenkirch . Dass nicht alle Bürger mit dem Kurs der CDU und Bundesverteidigungsminister Dr. Franz Josef Jung konform gehen, zeigte sich an vier Mitgliedern der Linkspartei, die beim Besuch des Ministers am Mittwoch in Böhmenkirch vor dessen Rede in der Gemeindehalle Transparente mit "Nein zur Nato" und "Raus aus Afghanistan" entrollten und dazu "Wir brauchen keinen Kriegsminister" riefen. Unstimmigkeiten gab es dann, als den Demonstranten der Zutritt zur Veranstaltung verweigert worden sein soll (siehe Bericht nebenan). Nachdem CDU-Bundestagsabgeordneter Klaus Riegert die rund 200 Besucher in der Gemeindehalle begrüßt hatte, ging der Verteidigungsminister in seinem Vortrag zur "Sicherheit in Deutschland" vor allem auf den Krisenherd Afghanistan ein. "Es gibt hier besonders kritische Bereiche. Unser Ziel in Afghanistan ist es nicht, die westliche Demokratie dorthin zu transportieren, sondern dafür zu sorgen, dass Afghanistan wieder in die Lage versetzt wird, selbst für sich sorgen zu können", versicherte Jung. Die Verbrechensstrategie der Terroristen dort dürfe keinen Erfolg haben, die Bundeswehr sei sehr gut ausgerüstet und die Soldaten würden Leib und Leben riskieren. Großen Beifall der Besucher und kräftige Buh-Rufe der schließlich doch noch in den Saal gelassenen vier Linken erntete der Minister für seine Einschätzung, dass Lafontaine und die Linkspartei in der Bundesrepublik niedergehalten werden müsste. Ansonsten verhielten sich die Linken, unter ihnen der Göppinger Stadtrat Christian Stähle, ruhig und störten Jungs Rede nicht. Zur Sicherheit in Deutschland müsse, "die Gefahr für unser Land an der Quelle beseitigt werden", forderte der Minister. Dass im Sudan auch Schiffe von Piraten angegriffen werden, sei öfters aus der Presse zu erfahren. Es müsse deshalb auch im deutschen Interesse liegen, dass sich die Bundeswehr am europäischen Mandat zur Bekämpfung der Piraterie beteilige. Jung: "Dieser Geisel muss wirkungsvoll entgegengetreten werden." Heute sei die Bundeswehr in ihrer Gesamtheit gefordert - das habe sich unter anderem im Katastrophenschutz, der Unfallhilfe und bei der Fußball-WM gezeigt. Die Militärstrukturen seien zivilen Strukturen angepasst worden, erläuterte Jung und sprach sich für die Beibehaltung der Wehrpflicht als sicherheitspolitische Notwendigkeit aus. "Wir haben gut ausgebildete und gut ausgerüstete Soldaten, welche hervorragende Voraussetzungen haben, ihren Auftrag zu erfüllen", betonte der Minister. Viel Beifall erhielten die Achtklässler der Hauptschule Böhmenkirch - Christopher, Joey, Sven und Jens sowie Merve aus der neunten Klasse - die mutig auf der Bühne ihre Fragen an den Minister stellten. Sie wollten unter anderem wissen, was für einen Beruf der Minister erlernt hat (Jung ist Jurist), wie der Verteidigungsminister zu Terroranschlägen steht, warum die Finanzkrise soviel Geld kostet und ob die Soldaten freiwillig nach Afghanistan gingen. Berufs-und Zeitsoldaten hätten ihre Verpflichtung, auch in Krisengebiete zu gehen, während Wehrpflichtige dies nicht müssten, antwortete Jung. Die CDU-Landtagsabgeordnete Nicole Razavi dankte dem Verteidigungsminister für seine Rede und wies darauf hin, dass die Menschen in der Bundesrepublik seit 60 Jahren in Frieden leben könnten. "Wir sind stolz auf dieses Land und auf unsere Soldaten, die ihr Leben für Frieden und Freiheit einsetzen", betonte Razavi. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von der Original Trachtenkapelle Treffelhausen unter Leitung von Ralf Wöhrle, die Bewirtung hatte der Musikverein Böhmenkirch übernommen. 
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