Wenn sich ein OB Ivo Gönner mit dem Hinweis auf sinkende Steuereinnahmen aus der sozialen Verantwortung gegenüber Erziehern und Sozialarbeitern stehlen will, und weitere Amtsträger blasen lautstark in das gleiche Horn, dann fragen wir diese Volksvertreter doch, ob es nicht die Parteien, deren Mitgliedsbuch sie in der Tasche tragen sind, die diese Misere zu verantworten haben. Diese Gesellschaft ist reich genug, um die Fürsorge für die heranwachsenden Generationen zu schultern und den Menschen, die neben der Familie dazu eine große Last tragen, ein vernünftiges Einkommen zu verschaffen und ertragbare Arbeitsbedingungen zu gestalten. Natürlich stoßen jetzt wieder Städte und Gemeinden an die Grenzen ihrer Belastbarkeit, doch die kommunalen Amtsträger haben dazu beim Bund und den Ländern Mittel einzufordern. Parteien, die zulassen dass Einkommen und Vermögen größerer Dimension vor dem Nutzen durch die Gesellschaft geschützt werden, sollten doch nicht über mangelnde Spielräume klagen. Wenn dem Gemeinderat dazu die Möglichkeiten fehlen, dann frage er doch mal seinen Parteikollegen in Land- oder Bundestag. Um die Sorgen der Betroffenen zu verstehen, sollte mit Ihnen wenigstens das Gespräch gesucht werden. Das würde zumindst der Respekt vor deren schwerer Arbeit fordern. Da ich mich seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit einbringe, weiß ich um die schwere Belastung des Personals in Kitas. Als Arbeitgeber meine Angestellten sinngemäß mit Bemerkungen wie "Die wollen nur mehr Geld" herabzuwürdigen, ist verantwortungslos und ein durchsichtiger Versuch die Eltern gegen die Erzieher zu hetzen.
Michael Schostek
Sprecher des Kreisverbandes Breisgau-Hochschwarzwald der Partei Die Linke