Stell dir vor, die CDU lobt ihre Erfolge in der Bildungspolitik und in der Kinderpolitik – und keiner kriegt sie mit! Jedes Jahr treibt die CDU einen neuen Werbespot durchs Ländle: Bildungsoffensive, Bildungsrepublik, jetzt sogar Kinderland plus. Dabei geht es doch gar nicht mehr besser. Momentan werden wir Gemeinderäte gezwungen, vor Weihnachten Werkrealschulen (WRS) zu beschließen.
Der Kahlschlag von 739 einzügigen Hauptschulen wird als „Weiterentwicklung“ der Hauptschulen verkauft. Wie beim achtjährigen Gymnasium (G8) hat das nichts mit Bildung zu tun, sondern mit Kosteneinsparung auf Kosten der Kinder. Denn statt der unerbittlichen Auslese an großen Schulen konnten sie an kleinen Hauptschulen aufgefangen und betreut werden.
Ute Kaiser kritisiert, dass auch im Kreis Tübingen Gemeinden um Standorte konkurrieren sollen, Transport- und Verfahrensfragen sind völlig ungelöst. Aber ein Kultusminister, dessen Unterrichtserfahrung gegen Null geht, weist jede Mitbestimmung von Eltern und die Forderung des Landesschülerbeirats nach einzügigen WRS (die es schon lange gibt!) rüde zurück. Genauso wie die Gemeinderatsbeschlüsse von Mosbach und Ravensburg für längeres gemeinsames Lernen hinaus. Zweck der WRS ist es, eins der rückständigsten Bildungssysteme Europas aufrecht zu erhalten und Kosten zu sparen.
Neuester CDU-Werbespot: ALG-II-Eltern wird der „Kinderzuschlag“ gestrichen, wenn ihr Kind ohne Frühstück in die Schule kommt. Dieser populistische Mehrheitsbeschluss ist schlicht verfassungswidrig. Niemandem darf das Existenzminimum gestrichen werden. Aber er zeigt: Schützt unsere Kinder und unser Land vor dieser Politik!
Emanuel Peter