Nach kontroverser Diskussion hat der Göppinger Gemeinderat in einer Kampfabstimmung den geplanten Funkmasten im Faurndauer Haier genehmigt. HELGE THIELE Göppingen Bundesweit wird derzeit ein digitales Funknetz für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste aufgebaut. Es soll gewährleisten, dass die Sicherkräfte störungsfrei, abhörsicher und flächendeckend erreichbar sind. Deutschland ist neben Albanien einer der letzten Staaten in Westeuropa ohne Digitalfunk. Seit eineinhalb Jahren versucht das Land, eine Netzlücke bei Göppingen zu schließen. Als Standort wurde aus topografischen Gründen der Haier in Faurndau ausgewählt. Seitdem reißt der Protest in der Bevölkerung nicht ab. Im Gemeinderat drohten die Beratungen am Donnerstag in eine immer heftigere Grundsatzdiskussion über Grenzwerte, deren Sinn sowie mögliche Gesundheitsgefahren abzugleiten. Am Ende gabs eine Kampfabstimmung: 23 Stadträte votierten für die Genehmigung des Masten, elf stimmten dagegen, zwei enthielten sich. Den Weg zur Mehrheit geebnet hatte SPD-Fraktionschef Emil Frick. Er beantragte, die Höhe des Masten solle mindestens 60 statt der geplanten 40 Meter betragen, um die mögliche elektromagnetische Strahlenbelastung weiter zu verringern. Dabei ist diese ohnehin denkbar gering: 410 Mikrowatt (0,00041 Watt) pro Quadratmeter werden von der neuen Sendeanlage ausgehen. Zum Vergleich: Ein Mobiltelefon produziert zwei Millionen Mikrowatt pro Quadratmeter. Die gesetzlichen Grenzwerte - aber auch die von Kritikern geforderten schärferen Werte aus Österreich bzw. der Schweiz - würden mit der Anlage im Haier "meilenweit" unterschritten, betonte Manfred Müller, Referatsleiter bei der Landespolizeidirektion Stuttgart, in der Sitzung. In der Nähe der Waldorfschule hatte nach Angaben von Martin Schurr (Grüne) eine Messung 0,014 Watt ergeben. Das ist den Grünen zu viel, die Lage im Haier sei wegen der bereits bestehenden Mobilfunkanlagen auf dem Wasserturm "zu dicht". Wegen der Proteste war der Standort ohnehin erneut verschoben worden: Er befindet sich nun im Haierwald unterhalb des Tennisplatzes - 220 statt 170 Meter von der nächsten Wohnbebauung entfernt. Die Errichtung des Masten bei der Wangener Linde war am Widerstand Wangens gescheitert. 
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