Jerome Skopec forderte, als Vertreter des Heilbronner Jugendgemeinderats, die Abschaltung der Neckarwestheimer Atomkraftwerke. Damit unterstütze Jerome, der auch Mitglied bei solid ist, einen Antrag der grünen Fraktion. Die Stadtverwaltung sollte darin beaufragt werden, sich bei dem Stromkonzern EnBW und der Bundesregierung für ein Abschalten der Neckarwestheimer Reaktoren stark zu machen. Neben den Grünen stimmten auch Stadträte der SPD und LINKE für den Antrag, ohne allerdings die Mehrheit zu erhalten.
Der Text von Jugengemeinderat Jerome Skopec:
Der Jugendgemeinderat, im Auftrag aller Jugendlichen der Stadt Heilbronn, spricht sich aus verschiedenen Gründen für den Antrag der Grünen aus:
Wie bereits aus dem Antrag, hervorgeht, belegt der Reaktor GKN I mit durchschnittlich 12,6 meldepflichtigen Störfällen pro Jahr deutschlandweit einen unrühmlichen zweiten Platz.
Auf den mangelhaften Schutz vor äußeren Einwirkungen will/möchte ich an dieser Stelle überhaupt nicht näher eingehen.
Zudem ist der Reaktor mit seinen 34 Jahren beinahe doppelt so alt wie ich, und somit ganz bestimmt nicht mehr der Jüngste.
Durch die Untersagung, Reststrommengen zu übertragen, hat die EnBW den Altreaktor GKN I nur noch mit verminderter Leistung betrieben; trotzdem sind diese Strommengen nun aufgebraucht und eine erneute Verlängerung der Laufzeit würde die Bevölkerung nicht kalkulierbaren Gefahren aussetzen.
Des Weiteren werden sich sowohl die Jugendlichen von heute als auch die nachfolgenden Generationen mit dem Problem der Zwischenlagerung des Atommülls aus beiden Anlagen konfrontiert sehen, zumal das bereits existierende Zwischenlager mit bautechnischen Mängeln behaftet ist.
Wir bedauern es außerordentlich, dass es noch immer keine verlässlichen Aussagen darüber gibt, wie lange dieses Zwischenlager in Betrieb sein wird, da gegenwärtig noch völlig unklar ist, wo der Atommüll schließlich endgelagert werden soll.
Aus Sicht des Jugendgemeinderats darf es in einer solchen Angelegenheit aber keine offenen Fragen geben.
Der im Herbst 2010 stattfindende Atomkonsens auf Bundesebene sollte für die Stadt Heilbronn daher ein klares und unmissverständliches Zeichen sein: Die Reaktoren GKN I und GKN II müssen schnellstmöglich vom Netz, damit die Bevölkerung diesem Sicherheitsrisiko nicht länger als unbedingt notwendig ausgesetzt ist.