Löhne rauf, Krise stoppen
und ein gesetzlicher Mindestlohn von 10 €,
das waren die zentralen Forderungen einer Arbeitstagung der LINKEN. Kreis Ravensburg am 28.01.2012 in Ravensburg.
Als Fachmann war MdB Michael Schlecht, Chefökonom der LINKEN. Bundestagsfraktion eingeladen.
In seinem Eingangsreferat stellte er die Entstehung der heutigen prekären Arbeitssituationen dar.
Mit der Ausweitung von befristeten Arbeitsverhältnissen, der Leiharbeit und der Schaffung von Minijobs wurde der Niedriglohnsektor immer weiter geöffnet.
Insbesondere der Wegfall der Zumutbarkeitsgrenzen bei der Aufnahme einer Arbeit ermöglichte den „freien Fall“ in die prekäre Arbeit und damit in den sozialen Abstieg.
In den Diskussionen unter den 15 Anwesenden wurde die Verbindung zwischen den prekären Arbeits- und Lebensverhältnissen in unserem Land und der Eurokrise hergestellt.
Die immer weiter gedrückten Löhne und Gehälter sorgen dafür, dass Deutschland zu den größten Exporteuren der Welt gehört. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass „die Gewinne der einen immer die Verluste der anderen sind“! Das bedeutet, dass Deutschland mit seiner Lohndumpingpolitik dafür gesorgt hat, dass andere Euroländer in den Ruin getrieben wurden. Diese Staaten müssen nun mit Milliarden Steuergeldern und zig Rettungsschirmen unterstützt werden. Als Auflagen werden den Staaten „Lohndumpingmaßnahmen und tiefe soziale Einschnitte“ für deren Bevölkerung auferlegt.
Es entsteht eine Spirale, die endlich ist und so zwangsläufig zum Eurocrash führt.
Nur mit der Rückkehr zu einer sozialen Politik, die diesen Namen auch verdient, wird diese Abwärtsspirale zu bekämpfen sein.
Während eine kleine Minderheit von gegenwärtig genau 108 Milliardären in Deutschland ihr Vermögen im letzten Jahr um 6,5 Prozent erhöhen konnte, hat der größte Teil unserer Bevölkerung immer mehr Probleme damit, den Lebensunterhalt für sich und seine Familien aufzubringen.
Die Menschen brauchen wieder mehr Geld in der Tasche. Ein Mindestlohn von mindestens 10 Euro die Stunde, ein Verbot der Leiharbeit und die Umwandlung in feste Beschäftigungsverhältnisse, die Eindämmung von Befristungen und Minijobs und mit all dem auch eine Rente ohne Altersarmut wird die Binnenkonjunktur stärken und die sozialen Verhältnisse in unserem Land verbessern.
DIE LINKE. will mit den Gewerkschaftern und Betriebsräten dafür sorgen, dass prekäre Arbeitsverhältnisse abgebaut werden und die Rente mit 67 wieder abgeschafft wird.
Wir wollen mit verschiedenen politischen Aktionen aufklären, damit die Menschen merken, dass wir nur gemeinsam etwas verändern können.