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10. November 2011 Pressemitteilung, KV Heidelberg/Rhein-Neckar, Aktiv vor Ort

Linksjugend „überfällt“ Heidelberger Schule – Protest gegen Kooperation mit Bundeswehr

[Pressemitteilung vom 10. November 2011]

Heidelberg. Nicht schlecht staunten die Schülerinnen und Schüler des Bunsengymnasiums, als am vergangenen Donnerstag ein knappes Dutzend Mitglieder der Linksjugend in Tarnkleidung den Schulhof stürmten und vor den Augen der verdutzten Jugendlichen einen Aktivisten öffentlich „hinrichteten“. Allerdings handelte es sich bei den Gewehren nur um Plastikspielzeug und statt Blut floss Tomatensaft.

Der Hintergrund: Mit ihrer Aktion vor dem Heidelberger Gymnasium protestierte die Jugendorganisation der Partei DIE LINKE gegen eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Kultusministerium und dem Wehrbereichskommando IV der Bundeswehr. Dieses legt fest, dass Jungoffiziere in Schulen, Hochschulen und Universitäten über die Tätigkeit bei der Bundeswehr informieren und somit neue Rekrutinnen und Rekruten anwerben dürfen.

Für die jungen Linken ist dieses Abkommen nicht akzeptabel: „ Das einseitige Informieren über die Bundeswehr stellt eine Militarisierung unserer Bildungseinrichtungen dar, die eindeutig das Neutralitätsgebot der baden-württembergischen Schulen verletzt“, so Sahra Mirow von dem linken Jugendverband. Ähnlich sieht dies Klaus Pfisterer, Landessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft in Baden-Württemberg und von Beruf Lehrer. Seiner Beobachtung nach sei im Zuge der Kooperationsvereinbarung eine „schleichende Militarisierung der Gesellschaft auszumachen“. Auch DIE LINKE in Heidelberg unterstützt die Aktion ihres Jugendverbandes: Laut Artikel 12 der Landesverfassung seien die Schülerinnen und Schüler Baden-Württembergs zu „Friedensliebe“ zu erziehen. „Dieses Gebot ist unvereinbar mit der Präsenz von Soldatinnen und Soldaten an den Schulen“, so Sprecher Christoph Rehm.

Die Schülerinnen und Schüler des Bunsengymnasiums freuten sich ihrerseits über die gelungene Abwechselung im Pausenhof. Den Auftritt der Linksjugend bedachten sie mit Applaus und Zurufen.