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6. März 2017 Meldung, KV Heilbronn, Aktiv vor Ort

Demo: Neckar - castorfrei

DIE LINKE innerhalb der Demo mit Mitgliedern aus HN und LB.

Strahlende Gesichter statt strahlendem Atommüll auf dem Neckar - so könnte man/frau die Atmosphäre auf dem Kiliansplatz während der Auftaktkundgebung des Bündnisses „Neckar castorfrei“ auch beschreiben.

Mindestens 750 Menschen und damit deutlich mehr als erwartet versammelten sich zur Antiatom-Demonstration in Heilbronn. Mit der Veranstaltung sollte an die Ereignisse in Fukushima erinnert, aber auch gegen die geplanten Castortransporte vom AKW Obrigheim auf dem Neckar zum Zwischenlager im AKW Neckarwestheim protestiert werden.

DIE LINKE als Bündnispartner war ebenfalls mit einem Infostand und mehreren aktiven GenossInnen aus Heilbronn und Ludwigsburg präsent, darunter auch der örtliche Kandidat für die Bundestagswahl Konrad Wanner.

A. Wellhöfer (Anti-Atom-Initiative Karlsruhe) und O. Kappler (Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim) führten zu Beginn ein spannendes Zwiegespräch mit Informationen zu den Neckar- Castoren. Ihr Fazit lautet: „Wir setzen bei der Kampagne Neckar castorfrei auf kreative und widerständige Proteste und rufen alle dazu auf, daran teilzunehmen. Das Motto laute: Neckar castorfrei! Atomkraftwerke abschalten, Castoren stoppen! Wir stellen uns quer!“

F. Wagner von der Arbeitsgemeinschaft AtomErbe Neckarwestheim sprach darüber, wie die baden-württembergische Atomaufsicht eine großräumige Verstrahlung der Bevölkerung zulasse, um der EnBW Geld zu sparen. Es werde alles darangesetzt, die Mitsprache der BürgerInnen zu verhindern. Eine Reihe von Gefälligkeitsgenehmigungen für die EnBW zeigten die wahren Prioritäten. Wagner wies auf die schwere Erblast des Atommülls für Tausende von Generationen hin. Er forderte: „Endlich ernst machen mit Vorsorgeprinzip, Verursacherprinzip und Minimierungsprinzip! Schluss mit der Grenzwertausschöpfung! Schluss mit Geschenken für die EnBW zu unseren Lasten!“

Nach der Auftaktkundgebung zog die bunte und lautstarke Demonstration über die Kaiserstraße an den Neckar-Kanal und die Schleuse Heilbronn, um den geplanten Weg der Castortransporte mitten durch die Großstadt Heilbronn zu besichtigen. Mit einem gut sichtbaren Transparent „Erneuerbar statt atomar“ beteiligte sich DIE LINKE auch daran.

Die Abschlusskundgebung fand direkt über dem Neckar auf der Erwin-Fuchs- Brücke statt.

J. Stay von der bundesweiten Antiatom-Organisation .ausgestrahlt berichtete auf der Brücke von den schweren Fehlentwicklungen der bundesweiten Atompolitik und darüber, dass auch 6 Jahre nach der Fukushima-Katastrophe und 3 Jahre vor der Olympiade in Tokio dort noch überhaupt nichts unter Kontrolle sei. Er kritisierte GÜNE und SPD, die früher mit der AntiAKW Bewegung auf die Straße gegangen seien und jetzt argumentierten, „das Problem hätte sich erledigt“. (jüp)