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8. März 2017 Meldung, KV Heilbronn, Aktiv vor Ort

DIE LINKE beim "jungen Marx"

Johannes, Volker und Enrico im Kino.

Der Film stellt die Entwicklung von Karl Marx, geboren 1818 in Trier, bis 1848, dem Erscheinungsjahr von „Manifest der Kommunistischen Partei“ dar. Er hat zwei Stränge: die persönliche und die politische Entwicklung von Karl Marx und seinem Freund Friedrich Engels. Marx kommt aus einem bürgerlichen Elternhaus in Trier. Er ist befreundet mit der Adligen Jenny von Westphalen, „der schönsten Frau von ganz Trier“, wie es im   Film heißt, die er später auch heiratet. Er studiert Jura in Bonn und Philosophie in Berlin und verkehrt dort im Kreis   der Junghegelianer, die die revolutionären Umsturzversuche jener Zeit philosophisch wohlwollend kommentieren. M  Marx, immer auf dem äußersten linken Flügel zuhause und journalistisch die Vorgänge aufs schärfste k  kommentierend und sich unversöhnlich streitend mit anderen Sozialisten wie Proudhon, Weitling und Bakunin,   kommt zu dem Schluß, daß die Philosophen die Welt nur verschieden interpretiert hätten, daß es aber darauf   ankomme, sie zu ändern. Der Film zeigt, wie er Engels kennenlernt und mit ihm, einem ebenso klugen Kopf wie er   selber, publizistisch zusammenarbeitet; ebenso, wie er vor der Reaktion Preußens fliehen muß nach Paris und dann   nach Brüssel. Die familiären Hintergründe von Engels werden dargestellt: Sein Vater, Besitzer mehrerer   Wollspinnereien in England, lebt gut von der Ausbeutung der ArbeiterInnen und Kinder. Engels, Prokurist in der   Firma seines Vaters, gerät darüber in Streit mit seinem Vater und in ein großes Dilemma. Er sympathisiert mit den   Arbeitern und beschreibt ihre Ausbeutung in dem Werk „Die Lage der arbeitenden Klasse in England“; zugleich lebt   er aber von ihrer Arbeit und kann dadurch zudem den ewig klammen jungen Marx finanziell unterstützen. Der Film   findet seinen Höhepunkt im Beitritt von Marx und Engels zur Arbeitervereinigung „Bund der Gerechten“, in dessen   Auftrag Marx und Engels die Grundlagen und Ziele dieser Vereinigung im „Manifest der Kommunistischen Partei“   formulieren, und in der Umbenennung des „Bundes des Gerechten“ in „Bund der Kommunisten“.

Der Film ist gut; es lohnt sich, ihn anzusehen. Einerseits wird viel über die persönlichen Hintergründe von Marx und Engels erzählt, in manchmal zu schönen Bildern einschließlich der unvermeidlichen Liebesszenen erfährt man auch etwas über die Zeit des „Manchester-Kapitalismus“. Was dem Film aber auch erstaunlich gut gelingt, ist, politische Diskussionen und Thesen von Marx fast anschaulich darzustellen, z.B. wie er im Streit mit dem utopischen Sozialisten Proudhon dessen Werk „Philosophie des Elends“ mit dem Werk „Elend der Philosophie“ kontert.  Oder, wie er den fast harmoniesüchtigen Thesen eines Wilhelm Weitling „Wenn diese Ideen in Ausführung kommen, wird man überall nur den Bruder und die Schwester finden, und nirgends den Feind“ entgegentritt mit dem berühmten Satz aus dem Kommunistischen Manifest: „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen. Freier und Sklave, Patrizier und Plebejer, Baron und Leibeigener, Zunftbürger und Gesell, kurz, Unterdrücker und Unterdrückte standen in stetem Gegensatz zueinander, führten einen ununterbrochenen, bald versteckten, bald offenen Kampf, einen Kampf, der jedesmal mit einer revolutionären Umgestaltung der ganzen Gesellschaft endete oder mit dem gemeinsamen Untergang der kämpfenden Klassen.“

Heinz Deininger

Film „Der junge Karl Marx“, bis einschl. Mi. 8. März 2017 (evtl. auch länger) um 20.30 Uhr im Kino Arthaus Universum

Am 23.3. findet eine Veranstaltung des Rosa-Luxemburg-lubs zum Thema Arbeiterbewegung im 19 Jahrhundert statt. Interessierte sind herzlich willkommen, mehr Infos  hier