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10. August 2017 Position, KV Tübingen, Aktiv vor Ort

Mit Vollgas in den Abgas-Abgrund

Dr. Emanuel Peter

Mit Vollgas in den Abgas-Abgrund – das ergibt die Kuschelei von Politikern wie Dobrindt (CSU), Weil (SPD) bis Kretschmann (Grüne) beim Berliner Dieselgipfel. Trotz Manipulation von Abgaswerten, Schummelsoftware und Kartellabsprachen zwischen Autokonzernen, die ab 2006 auch die US-Umweltbehörde EPA beim AdBlue-Verbrauch täuschen sollte, sieht VW-Chef Müller kein „unternehmerisches Versagen“ im größten Industrieskandal seit 1945. Das Verhalten der Auto-Konzerne gefährdet unsere Gesundheit, Millionen Arbeitsplätze und die gesamte Exportnation Deutschland. Von ihren 190 Milliarden Gewinn in den letzten sechs Jahren gestehen sie jetzt 500 Mio. Euro für eine Mini-Lösung zu: Nur ein Bruchteil der Diesel-PKW wird nachgerüstet, Luftverbesserung äußerst fraglich, Fahrverbote weiterhin wahrscheinlich. Statt der Hardware-Lösung bürdet das „freiwillige“ Software-Update spätere Mehrkosten bei Verbrauch, mehr Inspektionen, Ersatzteilen und Wertminderung allein den Verbrauchern auf! Das Software-Update beim VW (Motor EA 189) bedeutet laut Spiegel: Die Abgasreinigung bleibt bei weniger als 15 Grad plus und mehr als 33 Grad sowie bei mehr als 250 Meter Seehöhe abgeschaltet - um den Motor zu schonen! Autolobbyisten und Bundesregierung haben in Brüssel im neuen Messverfahren auf der Straße (RDE) bis 2021 einen höheren Anpassungsfaktor durchgesetzt – statt 80 dürfen 168 Milligramm Stickoxid ausgestoßen werden (Die Zeit). Wir brauchen Umweltschutz und Demokratie statt ruinöser Lobbyistenpolitik!