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1. September 2017 Position, KV Tübingen, Aktiv vor Ort

Rheintalbahn-Chaos

Dr. Emanuel Peter, Kreis- und Stadtrat der Linken, Rottenburg

Kürzlich forderten die Bürger für Ergenzingen (BfE) den schnelleren Ausbau der Gäubahn und eine bessere Zuganbindung mit Stuttgart durch den VVS. Für H. Beser und R. Baur (beide CDU) war das „populistisches Daherreden“. Seit Jahrzehnten verschleppen Bahn und Bund den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung der Gäubahn und verstoßen gegen den Staatsvertrag mit der Schweiz. Jetzt müssen täglich 30.000 Bahnreisende von Rastatt nach Baden-Baden den Bus nehmen, nur 20 Prozent der Güter können auf der Europa-Route Rotterdam-Genua transportiert werden. Einen Notfallplan „vergaß“ die Bahn. Tausende Pendler haben einen längeren Arbeitstag, wegen mehr Güterzügen werden in Rottenburg Personenzüge gestrichen. Da Elektrifizierung fehlt, werden dreckige Dieselloks eingesetzt, Anlieger sollen Lärm und Gestank ertragen. „Nachhaltig“ verschleppen Dobrindt (CSU) und Bahn-Vorstand Pofalla (CDU) den Ausbau der Bahn: Die Umleitungen über die Neckar-Alb-Bahn und die Gäubahn betragen hunderte Kilometer. Frühestens ab 7. Oktober ist der Abschnitt Rastatt-Baden-Baden wieder befahrbar. Insgesamt transportiert die DB nur noch 18 Prozent der Güter auf der Schiene, über 71 Prozent wurden auf die Straße verlagert. Die Schweiz investiert pro Kopf 378 Euro in die Bahn, Deutschland 64 Euro. Dies ist Folge einer Politik des 'schlanken Staats', die beim privaten Autobahnbau, beim Dieselkartell und bei der Bahn die Rendite vor unsere Gesundheit stellt: Politikwechsel gegen kalkuliertes Staatsversagen!