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19. Oktober 2017 Position, KV Tübingen, Aktiv vor Ort

Rottenburg wächst

Dr. Emanuel Peter, Stadtrat, DIE LINKE Rottenburg

Unsere Bevölkerung nimmt zu: Starke Geburtenzahlen und Zuzüge aus dem In- und Ausland lassen Baden-Württemberg in den nächsten acht Jahren um 425000 Personen anwachsen. Für Rottenburg mit aktuell 43000 Einwohnern errechnen Prognosen einen Anstieg auf etwa 56000 Personen. Allein im Kreuzerfeld-Süd ist die Zahl der Kinder bis sechs Jahren auf fast 130 gestiegen, die der Kinder zwischen 7 und 18 Jahren hat sich auf 218 fast verdoppelt.

Mehr Menschen bedeutet mehr Wohnungen, Anpassung der sozialen Infrastruktur wie Kitas, Schulen und mehr Aufgaben für unsere Verwaltung. Eine Verdreifachung der (Bau-)Investitionen wie in diesem Jahr benötigt eigene Fachkräfte, um teure Experten von außen zu vermeiden.

Der Gemeindetag Baden-Württemberg hat berechnet, dass wegen des Geburtenanstiegs landesweit 890 neue Kindergartengruppen benötigt werden, durch Zuzüge kommen noch einmal 680 Gruppen für Unterdreijährige hinzu, insgesamt also 1570 zusätzliche Gruppen. Deshalb ist es gut, dass die Verwaltung auf unser Drängen im DHL-Wohngebiet jetzt doch drei neue Betreuungsgruppen einrichten will.

Aber wir brauchen auch deutlich mehr Personal, weil inzwischen viele Stellen nicht besetzt werden können: Die Zahl der (PIA-) Ausbildungsstellen muss genauso erhöht werden, wie Erzieherinnen mehr Zeit für die Anleitung bekommen müssen. Wie in Pflege und Verwaltung müssen Personalschlüssel und leistungsgerechte Entlohnung in unserer Stadt - auch für Tageseltern - endlich attraktiv werden.

Landesweiter Unterrichtsausfall bereits am Schuljahresanfang ist skandalös: Dem Mittelstand fehlen Fachkräfte, wenn in Berufsschulen seit Jahren häufig zehn Prozent der Stunden wegen falscher Personalplanung ausfallen. Die Politik des ,schlanken Staats' ist gescheitert: Sie hat zu gefährlichen Personalengpässen und Überlastung der Beschäftigten geführt; sie begünstigt einen Kontrollverlust in vielen Bereichen. Die hohen Steuereinnahmen müssen jetzt vorrangig in Personal investiert werden, um unsere Stadt zu stärken.