DIE LINKE. Landesverband Baden-Württemberg


8. November 2017 Position, MdB Heike Hänsel

Solidarität mit den Beschäftigten der Uni-Kliniken

Grußwort von Heike Hänsel MdB an die Kundgebung der Beschäftigten des Uniklinikums Tübingen

Seit Anfang der 1990er Jahre werden Krankenhäuser zu Wirtschaftsunternehmen nach Kriterien des Marktes und des Wettbewerbs umgebaut. Dies wurde durch die Einführung der DRGs verschärft. Es geht oft nur noch um Kosteneinsparung und Gewinnmaximierung. Die Folge: In den Krankenhäusern herrscht Pflegenotstand – es fehlen mindestens 162.000 Stellen, darunter 100.000 Pflegekräfte. Im europäischen Vergleich ist Deutschland Schlusslicht beim Pflegepersonal. Immer weniger Beschäftigte müssen immer mehr Patientinnen und Patienten in kürzerer Zeit versorgen.

Die Folgen: fehlende Zuwendung, mangelnde Hygiene bis hin zu mehr Unfällen und Todesfällen. Nach vielen Studien steigt das Sterberisiko mit steigender Arbeitsbelastung: Wenn eine Pflegekraft einen Patienten oder eine Patientin mehr zu versorgen hat, steigt das Risiko um bis zu neun Prozent. Ein großer Anteil der Infektionen durch Keime im Krankenhaus kann auf den Personalmangel zurückgeführt werden. Krankenhausinfektionen haben in den letzten Jahren dramatisch zugenommen und führen jährlich zu bis zu 15.000 vermeidbaren Todesfällen. Rund die Hälfte der Todesfälle wäre durch bessere Hygiene vermeidbar. Personalmangel im Krankenhaus gefährdet die Gesundheit der Patientinnen und Patienten UND der Beschäftigten!

Aus eigener Anschauung habe ich mehrfach auch am Uniklinikum Tübingen die prekäre Personalsituation erlebt, Überlastungsanzeigen, zahllose Überstunden, Bettenschliessungen. Deshalb unterstütze ich die Forderungen der Gewerkschaft nach Entlastung und Besetzung der fehlenden Stellen im gesamten Bereich der Krankenhäuser. Um den Personalnotstand zu bekämpfen, setzt sich DIE LINKE im Bundestag für eine gesetzliche Personalbemessung ein. Wir brauchen verbindliche bundesweite Vorgaben, wie viele Pflegekräfte für wie viele Patientinnen und Patienten vorhanden sein müssen.

Wir brauchen 100.000 Pflegefachkräfte mehr! Den Arbeitgeberverband fordere ich auf: Verhandeln Sie endlich mit ver.di über Mindestpersonalbesetzungen! Die Personalsituation in den Krankenhäusern ist schon lange nicht mehr hinnehmbar. Mit einstweiligen Verfügungen und rechtlichen Schritten werden Sie die Streikbewegung nicht aufhalten! Als LINKE unterstützen wir die Forderungen und Beschäftigten und wünschen uns, dass die Streikbewegung so stark wird, dass sie zum Erfolg führt! Mehr von Euch ist besser für Alle!

Quelle: http://www.die-linke-bw.de/nc/politik/presse/detail/artikel/solidaritaet-mit-den-beschaeftigten-der-uni-kliniken-1/