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16. Februar 2017 Pressemitteilung, MdB Heike Hänsel

Madeleine Albright in Stuttgart nicht willkommen

Heike Hänsel, MdB und stellvertretende Fraktionsvorsitzende DIE LINKE

Anlässlich des am Donnerstag, den 16. Februar stattfindenden „Stuttgarter Gesprächs“, mit der  ehemaligen US-Außenministerin Madeleine Albright als Gastrednerin, erklärt die Tübinger Bundestagsabgeordnete der LINKEN und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Heike Hänsel:  „Die gänzlich unkritische und verherrlichende Ankündigung und Einladung der ehemaligen US-Außenministerin und UN-Botschafterin Frau Albright durch die Stuttgarter Zeitung und die Robert Bosch Stiftung ist sehr problematisch und einseitig. Frau Albright steht für eine expansive und imperialistische US-Außenpolitik, die über Leichen geht. Frau Albright unterstützte und verteidigte bis 1996 ein striktes Embargo gegen den Irak, welches laut UN Angaben 576.000 Kindern das Leben kostete. Frau Albright war eine treibende Kraft hinter dem völkerrechtswidrigen Krieg gegen Jugoslawien. Ihr wird weiterhin vorgeworfen Hilfs- und Rettungsmaßnahmen durch die UN beim Völkermord in Rwanda unterbunden, sowie maßgeblich den „Plan Colombia“ konzipiert zu haben, durch welchen rechtsradikale Paramilitärs und Todesschwadronen in Kolumbien finanziert wurden. Während des Wahlkampfes in den USA waren einige Veranstaltungen mit Frau Albright, vor allem an Universitäten, von Protesten und Boykotten begleitet.“

Hänsel weiter: „Ich halte Veranstaltungen, die sich kritisch mit der neuen US-Regierung auseinandersetzen, für wichtig und richtig. Dazu wäre es aber notwendig, Personen einzuladen, die glaubwürdig für die Einhaltung von Völkerrecht und Menschenrechte stehen. Dafür steht Frau Albright in keiner Weise, deshalb sollte sie in Stuttgart nicht willkommen sein. Stattdessen sollten Repräsentanten des „Anderen Amerikas“, zum Beispiel der US-Friedensbewegung, eingeladen werden. Dies wäre ein wichtiges Zeichen für neue transatlantische Beziehungen von unten.“