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20. September 2011 Pressemitteilung, Landesvorstand

Grün-Rot stellt Gemeinschaftsschulen auf das Abstellgleis

Sybille Stamm, Landessprecherin

„Grün-Rot steigt aus, bevor der Einstieg erfolgt ist“ kommentiert Sybille Stamm, Landessprecherin der LINKEN in Baden-Württemberg, die Planung der Landesregierung zur Gemeinschaftsschule.

Stamm weiter: „In einem Jahr soll es 30 Gemeinschaftsschulen in ganz Baden-Württemberg geben. Damit stellt Kultusministerin Warminski-Leitheußer die Gemeinschaftsschulen von Anfang an in die Ecke des Sonderfalls und verlängert damit das Nischendasein der Schulform wie es unter der CDU-Regierung jahrzehntelang Praxis war.

Damit die Gemeinschaftsschule eine echte Chance hat, muss sie flächendeckend als Regelschule eingeführt werden, um insbesondere im ländlichen Raum Schulstandorte mit weiterführendem Abschluss zu erhalten, die ansonsten dem Rückgang der Schülerzahlen zum Opfer fallen würden. Außerdem muss in der gesamten Sekundarstufe II das 9-jährige Abitur wieder hergestellt werden, damit der krankmachende Druck auf die Lernenden und Lehrenden genommen wird.

Die Schulpolitik der Landesregierung nimmt keine Form an. Das mehrgliedrige Schulsystem bleibt unangetastet. Die Gemeinschaftsschule wird als Sonderfall nichts anderes als eine Beruhigungspille für die Wählerinnen und Wähler, denen noch im Wahlkampf eine echte Bildungsreform versprochen wurde. Noch immer plant die neue Regierung die Streichung tausender LehrerInnenstellen als ,demografische Rendite'.  Sie sollte besser den Schülerrückgang als Qualitätsoffensive nutzen um Lern- und Lehrbedingungen durch kleinere Klassen und bessere Mittelausstattung zu verbessern.

Die Landesregierung ist ein bildungspolitischer Totalausfall und erfährt zu Recht den Protest der Lehrergewerkschaft GEW. Die Verbesserung der Chancen von Kindern aus benachteiligten Haushalten wird ebenso wenig vollzogen wie die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention mit dem Recht auf Inklusion in den Regelschulbetrieb.“