Argumente zählen nicht – das ist im sogenannten Stress-Test des geplanten Tiefbahnhofs S 21 wieder einmal deutlich geworden. Verspätungen werden nicht abgebaut, der milliardenschwere Tiefbahnhof wird nicht barrierefrei, der Nahverkehr wird empfindlich eingeschränkt und die Sicherheit der Menschen ist nicht gewährleistet.
Während draussen auf dem Stuttgarter Marktplatz Tausende protestierten – darunter viele LINKE- zog Geißler drinnen im Rathaus ein sogenanntes „Friedenspapier“ aus der Tasche: ein bisschen Kopfbahnhof und ein bisschen Tiefbahnhof – das klingt wie „ein bisschen schwanger“…, das unverzüglich von den Bahnmanagern abgelehnt wurde. Einen Tag nach dem „Stress-Test“ vergibt die Bahn millionenschwere Aufträge für den Tunnelbau – es soll alles unumkehrbar gemacht werden.
Die Forderung des Aktionsbündnisses und der LINKEN nach einem sofortigen Bau- und Vergabestopp von weiteren Aufträgen wird arrogant ignoriert.
Wo käme unsere Republik hin, wenn eine demokratische BürgerInnenbewegung ein Milliardenprojekt stoppen würde? Schon jetzt bezieht sich die neue Widerstandsbewegung in München gegen den Bau einer dritten Startbahn des Flughafens auf Stuttgart und ruft zu Recht „Lügenpack“. Es geht also um viel mehr als „nur“ um einen Bahnhof. Für die politische Klasse geht es darum, kein Beispiel für wirkungsvolle Demokratie von unten zuzulassen. In unserem Widerstand gegen S 21 geht es auch um eine grundsätzliche Frage, nämlich die demokratische Beteilung Derjenigen, die Betroffene sind und die am Ende alles bezahlen sollen, durchzusetzen. Das muss auf Teufel komm raus verhindert werden!
Der Widerstand wird weiter gehen, denn über S21 wird auf der Strasse und nicht in Berlin oder im Stuttgarter Rathaus entschieden! Die LINKE ist dabei!
Sybille Stamm, LINKEN-Mitglied im Aktionsbündnis gegen S 21