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10. August 2010 Meldung, MdB Annette Groth

Leserbrief zu den Protesten um Stuttgart 21

Es ist schon erstaunlich, täglich hören und sehen wir Berichte über Stuttgart 21 und den verzweifelten Kampf der BürgerInnen dieses Prestige-Marathon-Projekt zu verhindern und die Ignoranz der Politiker, dem Bürgerprotest nachzugeben. Es geht den engagierten Bürgerinnen und Bürger nicht nur um die Erhaltung des alten Bahnhofsgebäudes und der Grünanlagen, sondern auch darum, dass Steuergelder sinnlos verprasst werden. Die Rechnung wird wieder einmal vom Steuerzahler getragen. Anderswo im „Ländle“ ist zur Sanierung bestehender Bahnhöfe z.B. Pforzheim und Mühlacker kein Geld in den Kassen.

Nehmen wir das Beispiel Pforzheimer Bahnhof. Das heruntergekommene Gebäude ist kein Aushängeschild für die Goldstadt. Behinderten, alten Menschen und Müttern mit Kinderwagen ist es schier unmöglich auf die Bahnsteige zu gelangen - die Rolltreppen sind nicht funktionsfähig. Die Koffer müssen über eine steile Treppe nach oben getragen werden. Sucht man eine Toilette, so zahlt man für die Benutzung derselben 50 Cent, übelste Gerüche inklusive. Zuständige Politiker kommen da in Erklärungsnotstand - für Prestigeobjekte, wie Stuttgart 21, sind scheinbar Millionen verfügbar, für den Pforzheimer Bahnhof, d.h. für die Pforzheimer Bürger, die mit der Bahn verreisen wollen, ist sparen angesagt. Wird da nicht mit zweierlei Maß gemessen?! Sicherlich, Investitionen sind, auch in Zeiten der Krise, wichtig - es sollte aber doch vorrangig im Interesse der BürgerInnen gehandelt werden z.B. Sanierungen von Schulen, Kindergärten und öffentlichen Einrichtungen, wie z.B. Schwimmbädern - kurz - es darf nicht um den Profit und die Profilierungssucht einiger Landespolitiker und Stadträte gehen.