"Aigner hätte besser die unverzügliche Veröffentlichung der Ergebnisse der seit 2010 vorgenommenen Untersuchungen fordern sollen. Interessant wäre es zudem gewesen, wenn die Ministerin zu den Manipulationen des bei Geschäfte in Euro dominierenden EURIBOR-Zinssatzes Stellung bezogen hätte. Befremdlich ist Aigners Lob für die Bankenaufsicht BaFin wegen der Einleitung einer Sonderprüfung. Denn die BaFin hatte wieder einmal nichts mitbekommen und deswegen viel zu spät reagiert. Und selbst jetzt hat die BaFin keine eigenen Lösungsansätze vorzuweisen und wiederholt stattdessen lediglich die Vorschläge der Notenbankchefs der USA, Großbritanniens und Kanadas. Aktive Marktbeobachtung und Bankenkontrolle sehen anders aus. DIE LINKE fordert ein grundlegend neues Konzept für die Ermittlung von Referenzzinssätzen. Denn auch die Meldung von kontrahierten Zinssätzen, die auf tatsächlich durchgeführten Geschäften beruhen, ist schwer zu überprüfen – und damit ebenfalls leicht zu manipulieren."