Liebe Hilde Mattheis, in einem Beitrag in der Stuttgarter Zeitung erläuterst du, dass man seine Partei wechseln sollte, „wenn die inhaltliche Richtung nicht mehr stimmt“. In der Tat, da bin ich mit dir einer Meinung. Dann müsstest du dir aber überlegen, in DIE LINKE zu wechseln.
Es gibt doch so viele Sachfragen in denen du mit deiner Partei nicht übereinstimmst!? Bist du wirklich für die Rente mit 67, die die SPD nach wie vor vertritt? Bist du wirklich dafür, dass deutsche Soldaten bis 2014 – und zum Teil darüber hinaus – in Afghanistan stationiert bleiben? Der neue französische Präsident, ein Sozialist, holt seine Truppen bereits dieses Jahr zurück. Teilst du wirklich den Stolz deiner Partei auf Hartz IV? Verteidigst du die Sanktionsandrohung gegenüber Erwerbslosen, wenn sie nicht bereit sind, jede Arbeit anzunehmen. Findest du es richtig, dass eine erwerbslose Schlecker-Frau demnächst zum Kloputzen für 3,50 Euro in der Stunde gezwungen werden kann? Und vor allem: Ist die SPD noch deine Partei, wenn sie dem Fiskalpakt demnächst im Bundestag zustimmen wird?
Was ist, wenn du per Fraktionsdisziplin ebenfalls zur Zustimmung genötigt wirst? Dir ist doch bekannt, dass der Fiskalpakt Deutschland zu brutalen sozialen Kürzungen zwingen wird! Mit dem Fiskalpakt „hat das europäische Sozialstaatsmodell“ ausgedient, so der EZB-Präsident Mario Draghi.
Liebe Hilde, wenn deine eigenen politischen Maßstäbe dich zum Hadern mit deiner Partei bringen, du eine neue politische Heimat suchst, dann steht DIE LINKE dir sicher offen. Hier werden die politischen Inhalte vertreten, für die du dich immer stark gemacht hast. Für weitere Fragen kannst du mich jederzeit anrufen; meine Handy-Nummer ist dir ja bekannt.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Schlecht, MdB Gewerkschaftspolitischer Sprecher im Parteivorstand DIE LINKE