Deutschland definiert sich im Grundgesetz als „demokratischer und sozialer Bundesstaat“. In den vergangenen Jahren stand die Politik der Bundes- und der Landesregierung jedoch in krassem Widerspruch zum Sozialstaatsgebot der Verfassung. Der fortgesetzte Sozialabbau hat das Sozialstaatsprinzip ausgehöhlt. Soziale Gegensätze wurden nicht ausgeglichen, sondern verschärft. Die Einkommen und Vermögen drifteten auseinander wie nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik, die Kluft zwischen Arm und Reich wurde breiter und tiefer. Millionen Menschen erleben den sozialen Abstieg aus der Mittelschicht. Der Anteil der Armen, insbesondere der Kinder, nimmt selbst im reichen Baden-Württemberg erschreckend zu.
Hinzu kommt, dass die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise Baden-Württemberg als stark exportorientiertes, wesentlich von der Automobilindustrie und dem Maschinenbau geprägtes Bundesland besonders hart getroffen hat. Arbeitsplätze wurden und werden abgebaut, wichtige industrielle Kernbereiche sind nach wie vor bedroht. Die Kurzarbeitergeldregelung hat insbesondere die baden-württembergische Industrie vor einem dramatischen Arbeitsplatzabbau geschützt. Die Krise ist noch lange nicht überwunden, und der Zuwachs an Aufträgen kommt fast ausschließlich aus China und anderen Schwellenländern. Die Landesregierung hat es versäumt, in der Krise einen nachhaltigen sozial-ökologisch verträglichen Umbau der baden-württembergischen Industrie zu forcieren. Eine weitere Chance für die Zukunftsfähigkeit des Landes wurde vertan.
Gescheitert ist eine Wirtschaftspolitik, die ausschließlich die Steigerung der Exporte gefördert und auf der anderen Seite mit der jahrelangen bewussten Senkung der Reallöhne die Binnennachfrage geschwächt hat.
Gescheitert ist eine Arbeitsmarktpolitik, die die steigende Produktivität nicht zur Arbeitszeitverkürzung nutzte und die Gewinne weitgehend den Reichen zuschanzte. Darüber hinaus wird der notwendige sozial-ökologische Umbau von dieser Regierung nicht gewollt.
In den öffentlichen Einrichtungen werden mehr und mehr Arbeitsplätze gestrichen. Den Kommunen wurde durch die Steuerpolitik sowohl rot-grüner als auch schwarz-roter und schwarz-gelber Bundesregierungen die finanzielle Grundlage für eine gute, gemeinwohlorientierte Arbeit entzogen. Gleichzeitig bekamen sie mehr Aufgaben auferlegt.
Besorgniserregend entwickelt sich die Situation der Ausbildung. Allein in der Metall- und Elektroindustrie wurde 2009 jeder zehnte Ausbildungsplatz gestrichen, und Gleiches wird für das Jahr 2010 erwartet. Eine ähnliche Entwicklung vollzieht sich im Öffentlichen Dienst. Das bedeutet nicht nur eine dramatische Einschränkung der Zukunftsperspektiven unserer Jugend, diese Entwicklung steht auch in völligem Widerspruch zum Bedarf an quali?zierten Fachkräften in der Industrie, im Handwerk und im Dienstleistungsbereich. Strä?ich rächt sich, dass die baden-württembergischen Landesregierungen die Warnungen von Gewerkschaften und Forschungsinstituten vor den Folgen der einseitigen Export- und Automobil-Lastigkeit in den Wind geschlagen haben und nach dem Motto „der Markt wird’s schon richten“ verfuhren.
Während an vielen Arbeitsplätzen die Menschen unter ständiger Verlängerung der Arbeitszeit und ihr Ausufern ins Privatleben, unter Stress und Überlastung leiden, nehmen die prekären Beschäftigungsverhältnisse zu und wächst der Niedriglohnbereich. Arm trotz Arbeit – darunter leiden auch in Baden-Württemberg mehr und mehr Menschen. Mit Teilzeitarbeit, 400-Euro-Jobs, Befristungen, Leiharbeit, oder gar Ein-Euro-Jobs wird gezielt ein System unsicherer und prekärer Arbeitsverhältnisse aufgebaut. Immer mehr Menschen, die Vollzeit arbeiten, verdienen so wenig, dass sie, um den Lebensunterhalt für sich und ihre Familie finanzieren zu können, zusätzlich ergänzendes Arbeitslosengeld II beantragen müssen. Zunehmend nutzen dies Arbeitgeber vor allem im Dienstleistungsbereich als Rechtfertigung, die Löhne weiter abzusenken. Ermöglicht wurde dies durch die Agenda-Politik der rot-grünen Bundesregierung. In keinem anderen Land wuchs der Niedriglohnsektor seither schneller als in der Bundesrepublik. Diesem Lohndumping würde die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes entgegenwirken. Die schwarz-gelbe Bundesregierung lehnt dies ab und fördert somit faktisch Lohndumping auf Kosten der Steuerzahler.
In Mannheim ist jedes vierte Kind arm, in Pforzheim und Freiburg etwa jedes fünfte und selbst in der reichen Stadt Stuttgart jedes zehnte. Durch Entsolidarisierung der Gesellschaft, durch das Ausspielen eines Teils der Bevölkerung gegen den anderen, wurde und wird versucht, diese Politik mehrheitsfähig zu machen.
DIE LINKE steht für eine solidarische Gesellschaft. Armut darf es in einem reichen Land nicht geben. Eine Millionärssteuer auf hohe Vermögen, höhere Steuern auf große Erbschaften, ein höherer Spitzensteuersatz und eine Finanztransaktionssteuer sollen die Handlungsfähigkeit von Bund, Land und Kommunen wieder herstellen und zu mehr sozialer Gerechtigkeit beitragen.
Aktuell werden den baden-württembergischen Kommunen 80 Millionen Euro durch die Landesregierung vorenthalten, die eigentlich dafür gedacht waren, den gesetzlich garantierten Betreuungsplatz für Kleinkinder gegen zu finanzieren. Solche Maßnahmen treffen vor allem jene Mütter, für die die Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit (und damit die eigenständige Sicherung ihres Lebensunterhalts) von einem Betreuungsplatz für ihr Kind abhängen. Alleinerziehende und ihre Kinder sind einem besonderen Armutsrisiko ausgesetzt.
Das Fehlen bezahlbarer Wohnungen für einkommensschwächere Menschen und Familien mit Kindern trägt zu Armut und Kinderarmut bei. Wohnen ist ein Grundrecht und darf nicht den Gesetzen des Marktes überlassen bleiben. Die baden-württembergische Landesregierung hat den sozialen Wohnungsbau jedoch faktisch eingestellt. Mit der Umstellung der bisherigen „Kostenmiete“ bei Sozialwohnungen auf eine „Vergleichsmiete“ wurde durch die Landesregierung eine Mieterhöhungsspirale ausgelöst, die sowohl die Mieter als auch die Kommunen trifft, da sie einen Teil der Mieterhöhungen über das Wohngeld ausgleichen müssen.
Städte und Gemeinden sind nach 25 Jahren neoliberaler Politik finanziell geschwächt durch dramatische Einbrüche ihrer Einnahmen, aber auch durch die Verlagerung zusätzlicher Leistungen ohne finanziellen Ausgleich von Bund und Land. Sie sind immer weniger in der Lage, ihre Aufgaben zu erfüllen.
DIE LINKE in Baden-Württemberg stellt sich dieser Entwicklung entgegen. Die Kommunen sind Zentren der wirtschaftlichen, sozialen, demokratischen und kulturellen Entwicklung und der Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit lebenswichtigen Gütern. Wer die Kommunen finanziell ausblutet, verschlechtert die Lebensbedingungen der Mehrheit der Bevölkerung. Alle Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht auf bezahlbare öffentliche Güter der Daseins-vorsorge. Arbeitsplätze im Öffentlichen Dienst müssen gerade in Krisenzeiten unabhängig von den „Profitaussichten“ der Unternehmen gesichert werden.
Seit vielen Jahren beherrscht das neoliberale Credo der Privatisierung öffentlicher Güter die Politik der Landesregierung und eines Teils der Kommunen. Nicht immer konnten Privatisierungen durch den Widerstand der Bürger und Bürgerinnen und der Gewerkschaften und andere soziale Organisationen verhindert werden.
In der Krise hat sich die neoliberale Privatisierungsideologie selbst widerlegt. Privat kann es nicht besser als öffentlich. Cross-Border-Leasing-Modelle haben sich ebenso wie „Public-privat-partnership“- Projekte als unsolide und sehr teuer erwiesen. Am Beispiel der baden-württembergischen Energieversorgung kann schnell nachgewiesen werden, dass Stadtwerke billigeren Strom liefern als die EnBW.
Deshalb fordert DIE LINKE eine Wende in der Energiepolitik hin zu dezentralen Strukturen. Die EnBW gehört in öffentlicherHand und muss demokratisch kontrolliert werden. Die Strukturen in der Energiewirtschaft müssen entflochten und dezentralisiert, bereits privatisierte oder teilprivatisierte Stadtwerke rekommunalisiert werden.
Güter der Daseinsvorsorge – Bildung, Gesundheit, Mobilität, P?ege im Alter, aber auch die Versorgung mit bezahlbarer Energie und Trinkwasser – gehören in öffentliche Hand! Dabei müssen die Arbeitsplätze, Arbeitsbedingungen und das Lohnniveau der Beschäftigten gesichert werden.
DIE LINKE ist die einzige Partei, die bei den Landtagswahlen antritt und die Privatisierung öffentlicher Einrichtungen und Dienstleistungen grundsätzlich ablehnt. DIE LINKE lehnt auch die Umwandlung öffentlicher Betriebe in AGs, GmbHs oder gemeinnützige GmbHs ab. Das ist meist der erste Schritt zur weiteren Privatisierung. Durch diese Gesellschaftsformen können öffentliche und/oder kommunale Betriebe weitestgehend einer parlamentarischen Kontrolle entzogen werden. Die öffentliche Kontrolle durch die gewählten Gemeinderäte muss gewährleistet sein.
DIE LINKE tritt für bezahlbare, qualifizierte Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit öffentlichen Gütern und Dienstleistungen ein. Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst sind ordentlich zu bezahlen und zu quali?zieren. Die Arbeitsplätze müssen sozial und tari?ich reguliert sein. Eine gute öffentliche Daseinsvorsorge ist ?nanzierbar. Wir leben in einem reichen Bundesland, aber der Reichtum ist falsch verteilt. Die Reichen und die Konzerne müssen sich durch ihrem Einkommen angemessene Steuern am Gemeinwesen beteiligen.
Wir streben kurzfristig eine Bundesratsinitiative an, um die katastrophale Finanzlage der Kommunen zu verbessern.
Die baden-württembergische Wirtschaft, insbesondere die Automobilindustrie und die Energiewirtschaft, ist ökologisch und sozial umzubauen. DIE LINKE wird dazu ein Zukunftsgesetz erarbeiten, mit dem der soziale und ökologische Umbau der Gesellschaft für alle Politikbereiche geregelt und begleitet wird.
Arbeitsplätze und Lebensqualität lassen sich nur sichern, wenn jetzt Weichen für eine zukunftsfähige Wirtschaftsentwicklung gestellt werden und zugleich dafür gesorgt wird, dass Arbeits- und Ausbildungsplätze erhalten bleiben und ausgebaut werden.
DIE LINKE will ein Zukunfts-Investitionsprogramm von 5 Milliarden Euro. Damit verfolgen wir folgende Ziele:
Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat gerade in Baden-Württemberg vielen Betrieben große Finanzierungsprobleme gebracht. Klein- und mittelständische Betriebe, die dringend auf bezahlbare Kredite angewiesen sind, um zu investieren oder eine drohende Insolvenz abzuwenden, werden von den Banken abgewiesen oder müssen überhöhte Zinsen zahlen. Der Skandal ist: Die Banken leihen sich bei der EZB billiges Geld und vergeben es als weit überteuerte Kredite an Betriebe.
Baden-Württembergs Wirtschaftsstruktur ist nicht nur von der Automobilindustrie, sondern wesentlich von klein- und mittelständischen Betrieben geprägt. Hier steckt innovatives und kreatives Potential. Hier wird die Mehrzahl unserer Jugendlichen ausgebildet.
Eine der wichtigsten Herausforderungen ist der Umbau der Wirtschaft zu einer ressourcensparenden und ökologisch verträglichen Produktionsweise. Die heutige Wirtschaftspolitik beschränkt sich ausschließlich auf die aktuelle Wettbewerbsfähigkeit und lässt die Frage der Zukunftsfähigkeit außen vor. Ressourcenverbrauch wird als Kostenfaktor gesehen, aber nicht wirklich als künftige Bedrohung wahrgenommen.
Der Aufbau einer Industrie für regenerative Energien, wie er von den Grünen gefordert wird, reicht nicht aus, um unsere Industrie vollständig für die Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte ?t zu machen. Die sonstigen Vorschläge der Parteien in Baden Württemberg betreffen den sparsameren Umgang mit Ressourcen. Dies ist eindeutig zu wenig. Den Focus auf die Energieversorgung zu legen, täuscht darüber hinweg, dass mit dem Ende der fossilen Energie auch das Ende der Bodenschätze auf uns zukommt. Bereits heute nimmt der Kampf um Bodenschätze zu, bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Deshalb ist Konversion der Industrie auch Friedenspolitik.
Der Schutzschirm für die Banken, die uns die Finanzkrise eingebrockt haben, war schnell aufgespannt und selbstverständlich. Über Nacht wurden 480 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Unverständlich ist, dass bis heute keinerlei gesetzliche Vorkehrungen getroffen wurden, um die Bankenmacht und das Finanzgebaren zu kontrollieren. Am Ende, wenn’s schief geht, wird alles zulasten der Allgemeinheit gehen.
Die LBBW, die größte deutsche Landesbank, ist Teil des Spiels. Sie musste mit fünf Milliarden Euro vom Land, den Sparkassen und der Stadt Stuttgart gestützt werden, um zu überleben. Infolge der hohen Verluste müssen nun 2500 Beschäftigte, knapp 20 Prozent der Gesamtbelegschaft, bis zum Jahr 2013 aus der LBBW ausscheiden.
Die Parlaments-Parteien CDU, FDP und SPD forderten die Ursachenklärung und Verantwortung für die Milliardenverluste der LBBW im Landtag nicht ein, DIE LINKE wird sie verlangen!
Das Zukunftsprogramm und der Zukunftsfonds für den sozial-ökologischen Umbau kosten jeweils fünf Milliarden Euro, wobei die 5 Milliarden Euro für den Zukunftsfonds für Bürgschaften und Kredite zur Sicherung von Arbeitsplätzen zur Verfügung gestellt werden, also zurückzuzahlen sind.
Seit 2008 gibt es im Grundgesetz die so genannte Schuldenbremse. Sie schreibt den Ländern vor, dass bis zum Jahr 2019 die Neuverschuldung auf null zurückgefahren wird. DIE LINKE hat diese Regelung immer kritisiert und tritt dafür ein, sie wieder aus dem Grundgesetz herauszunehmen.
Staatliche Mehrinvestitionen erfordern staatliche Mehreinnahmen. Die sind möglich durch:
DIE LINKE fordert die Wiedereinführung der Vermögenssteuer in Gestalt der Millionärsteuer. Wenn das Vermögen eine Million Euro übersteigt, soll es mit fünf Prozent besteuert werden. Allein mit dieser Millionärsteuer wären Mehreinnahmen von 80 Milliarden Euro bundesweit möglich. Da diese Vermögenssteuer eine Ländersteuer ist, fließt sie direkt in die Kassen der Länder. Herunter gebrochen auf Baden-Württemberg würden sich zusätzliche Einnahmen von etwa zehn Milliarden Euro ergeben.
DIE LINKE will die Gewerbesteuer erhalten und zu einer Gemeindewirtschaftsteuer ausbauen. Alle Betriebe und gut verdienende Selbständige, zum Beispiel Notare und Architekten, sollen in Zukunft einen Beitrag zur Finanzierung der kommunalen Infrastruktur leisten. Auf Baden-Württemberg umgerechnet sind mindestens 1,4 Milliarden Euro zusätzliche Einnahmen möglich.
Rund 200 Milliarden Euro werden zurzeit jährlich in Deutschland vererbt, Tendenz steigend. In Anbetracht der neuen Regelung zur Erbschaftssteuer sind nur noch Steuereinnahmen von ein bis zwei Milliarden zu erwarten. DIE LINKE will mit der Erbschaftssteuer zusätzliche Mehreinnahmen erzielen. Unsere Zielmarke liegt bei einem zusätzlichen Steueraufkommen von acht Milliarden Euro. Da die Erbschaftssteuer auch eine originäre Ländersteuer ist, würde dies für Baden-Württemberg zu Mehreinnahmen von etwa einer Milliarde Euro führen.
Allein mit den zuerst genannten drei Steuererhöhungen könnten dem Land Baden-Württemberg zusätzliche Mehreinnahmen von 12,4 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Kommen weitere steuerpolitische Reformen im Rahmen des steuerpolitischen Gesamtpaketes der Linken hinzu, würde das für Baden-Württemberg bis zu 15 Milliarden Euro Mehreinnahmen bedeuten. Hierzu gehören auch Mittel aus der Au?ösung der Landesstiftung sowie Mehreinnahmen aus dem Einsatz von 500 zusätzlichen Steuerbeamtinnen und -beamten. Die durch sie zu erzielenden Steuermehreinnahmen sind mindestens dreimal so hoch wie die Kosten für das zusätzliche Personal.
Das Problem: Die Länder sind bei den Steuereinnahmen komplett von der Bundesgesetzgebung abhängig. Sie haben keine eigene Steuerhoheit. Die Länder können ihre steuerpolitischen Interessen nur über den Bundesrat vertreten. DIE LINKE wird darauf hinwirken, dass die nächste Landesregierung über den Bundesrat eine Initiative zur Wiedereinführung der Vermögenssteuer mit einem Steuersatz von fünf Prozent ab der zweiten Million Euro Privatvermögen startet. Ebenso sind Initiativen zur Gemeindewirtschaftsteuer und zur Erbschaftssteuer notwendig.
Generell geht es aber darum, für einen Politikwechsel im Land und im Bund einzutreten. Wenn in Baden-Württemberg Schwarz-Gelb abtritt, wird dies erhebliche Auswirkungen auch auf die Regierung im Bund haben. Selbst wenn ein Regierungsverlust für Schwarz-Gelb in Baden-Württemberg nicht zu einem hinreichenden Politikwechsel führt, wäre damit doch ein wichtiger Schritt getan, um auch im Bund die Mehrheitsverhältnisse zu ändern. Damit wäre perspektivisch auch die Chance gegeben für eine andere Finanzpolitik, die auch die finanziellen Handlungsmöglichkeiten in Baden-Württemberg im Interesse der Menschen deutlich verbessert.
Bis sich die Finanzierungsbedingungen für Baden-Württemberg durch Bundesgesetze verbessern, müssen die notwendigen Reformen, insbesondere das Zukunftsprogramm und der Zukunftsfonds für den sozial-ökologischen Umbau, durch Kreditaufnahme finanziert werden. Baden-Württemberg ist in der positiven Situation, dass es selbst mit einer Neuverschuldung von zehn Milliarden Euro nicht einmal den Schuldenstand des Durchschnitts aller Bundesländer erreichen würde.
DIE LINKE würde eine Finanzierung durch höhere Steuern für Reiche und Vermögende vorziehen. Aber bevor nichts unternommen wird, halten wir den Weg einer vorübergehenden Ausweitung der Neuverschuldung für unumgänglich, wenn damit nachhaltige und notwendige Maßnahmen der Zukunftsentwicklung finanziert werden.