DIE LINKE steht für eine engagierte Frauenpolitik auch in Baden-Württemberg. Wir streben eine demokratische Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung an und bekämpfen die patriarchale Kultur, in der die Leistung und Arbeit von Frauen ausgebeutet und gering geschätzt wird. Die Gleichberechtigung von Frauen zu verwirklichen, ist vorrangiges Ziel unserer Politik.
Eine jahrzehntelange rechtskonservative Politik in Baden-Württemberg hat dazu geführt, dass Baden-Württemberg in Fragen der Gleichberechtigung von Frauen den Anschluss weitgehend verloren hat. Die Landesregierung propagiert immer noch die Hausfrauen- und Versorger-Ehe, in der sich Frauen „freiwillig“ die Haus- und Erziehungsarbeit aufbürden und eine quali?zierte und existenzsichernde Erwerbsarbeit als zweitrangig ansehen sollen. Fehlende Kinderbetreuungsmöglichkeiten auf der einen und schlecht bezahlte Teilzeitjobs auf der anderen Seite zwingen Frauen in Baden-Württemberg dazu, anspruchsvolle Berufspläne und finanzielle Eigenständigkeit bei einem Kinderwunsch hintenan zu stellen.
Die Situation von Alleinerziehenden in Baden-Württemberg – heute etwa jede sechste Familie, Tendenz steigend – ist schlecht: Ihr Armutsrisiko ist besonders hoch, sie sind stark überlastet und haben einen weit geringeren Lebensstandard als die durchschnittliche Bevölkerung. Fast 90 Prozent der Alleinerziehenden sind weiblich. Die baden-württembergische Sozialministerin Monika Stolz hat im Bundesrat beantragt, den staatlichen Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende, die mit einem neuen Partner zusammenleben, zu streichen. Das trifft gerade Alleinerziehende mit kleinem Einkommen. DIE LINKE fordert mit Nachdruck, dass der Unterhaltsvorschuss bei Bedarf bis zum 18. Lebensjahr des Kindes gezahlt wird (bisher 72 Monate und höchstens bis zum 12. Lebensjahr).
Die Leistung und Arbeit von Frauen bei der Erziehung und Sorge wird auch in den Pflege- und Erziehungsberufen ausgenutzt, was sich an den niedrigen Löhnen in diesen Bereichen zeigt. Eine ernsthafte Förderung von Frauen ist von der baden-württembergischen Landesregierung politisch nicht gewollt, ganz gleich ob es um beru?iche Motivierung von jungen Frauen in naturwissenschaftlich-technische Berufe oder in Führungspositionen geht oder um Unterstützung von Familien, die sich die Elternarbeit wirklich partnerschaftlich teilen wollen.
Ergebnis dieser Politik ist unter anderem, dass Frauen im Industrieland Baden-Württemberg besonders von Altersarmut bedroht sind. Mit 520 Euro beziehen sie nur halb so viel monatliche Rente wie Männer (1055,39 Euro) und weniger als Frauen im Bundesdurchschnitt. Migrantinnen als Angehörige einer doppelt benachteiligten Gruppe ?nden immer schlechter eine existenzsichernde Arbeit.
Seit Jahrzehnten kämpfen Frauen in verschiedenen Organisationen auch in Baden-Württemberg für politische Veränderungen, für Frauenhäuser und Notrufe sowie für Selbsthilfe- und Beratungseinrichtungen. Feministische Konzepte und Aktivitäten liefern wesentliche Impulse für die Friedens- und Ökologiepolitik. Diese in der Frauenbewegung der siebziger Jahre entstandenen Gruppen, Projekte und Einrichtungen arbeiten in Baden-Württemberg schlecht oder gar nicht bezahlt und stehen auf den Kürzungslisten zumeist ganz oben.
Ziel feministischer Politik der LINKEN ist, ein anderes Verständnis für alle gesellschaftlich wichtigen Aufgaben, Arbeiten und Bereiche zu entwickeln und damit einem veränderten, partnerschaftlichen Verhältnis der Geschlechter näher zu kommen. Auch in Baden-Württemberg setzen wir neue Maßstäbe in der Politik, indem wir uns nicht an frauenfeindlichen Familienmodellen orientieren, sondern verschiedene Lebensformen von Generationen, Wahlverwandtschaften oder Einzelnen – mit oder ohne Kinder – fördern und absiche
Frauen sind im öffentlichen und privaten Raum vielfältigen Formen von physischer und psychischer Gewalt ausgesetzt. Das reicht von Vergewaltigungen über Zwangsehen und Misshandlungen im sozialen Nahraum bis hin zu Belästigungen am Arbeitsplatz oder zu sexuellen Übergriffen in Einrichtungen wie Heimen oder Krankenhäusern. Sexuelle Gewalt ist patriarchale Gewalt. Um Mädchen, Jungen und Erwachsene vor ihr zu schützen, hilft keine Sicherheitsverwahrung für die Täter, sondern nur eine ernsthafte gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung mit Gewalt, mit männlicher Gewaltbereitschaft als Teil des traditionellen Rollenverständnisses und mit sexualisierter Gewalt als Form der Machtausübung.
Wir brauchen mehr demokratische Willensbildung und Demokratie in Baden-Württemberg. Dazu gehört, dass Frauen in allen Entscheidungsgremien von Politik, Wirtschaft und Verwaltung gleichberechtigt und kompetent vertreten sein müssen.
DIE LINKE Baden-Württemberg verfolgt eine langfristige Politik der schrittweisen Veränderung der Gesellschaft hin zu einem solidarischen und herrschaftsfreien Zusammenleben. Auch auf Landesebene leiten uns folgende Ideen: