Menschen aus aller Welt prägen das Leben in Baden-Württemberg und tragen zum wirtschaftlichen Reichtum dieses Bundeslandes bei – ob als Arbeitskräfte in Wirtschaft und Wissenschaft, ob als Geschäftsleute und Reisende oder als Familien. Auch Flüchtlinge und Asylsuchende setzen Hoffnung auf Baden-Württemberg. Heute beträgt der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund in Baden-Württemberg etwa ein Viertel. Stuttgart hält mit 31 Prozent die Spitzenposition bei den deutschen Großstädten. Vergeblich sucht man jedoch eine Migrations- und Asylpolitik, die interkulturelle Kompetenzen fördert und den Interessen und Fähigkeiten von Menschen mit Migrationshintergrund gerecht wird. Stattdessen herrscht ein politisches Klima der Ausgrenzung. Migrantinnen und Migranten tragen ein hohes Risiko, zu verarmen oder arbeitslos zu werden. Kinder mit Migrationshintergrund haben deutlich schlechtere Chancen in Schule und Ausbildung. Frauen, die in der Familie von Gewalt bedroht sind oder Opfer von Menschenhandel wurden, finden auch in Baden-Württemberg nur selten wirksame Unterstützung.
DIE LINKE Baden-Württemberg setzt sich für volle politische Rechte für alle Menschen ein, die ihren Lebensmittelpunkt in Baden-Württemberg haben. Sie wendet sich gegen Ausgrenzung und fordert umfassende Änderungen in der Asylpolitik. Für DIE LINKE bilden gleiche Rechte, gegenseitiger Respekt und die gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft die Grundlage des Zusammenlebens von Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern und mit unterschiedlichem kulturellen Hintergru
So lange es Kriege, Verfolgung, Umweltzerstörung und soziale Ungleichheit gibt, wird es auch Flucht geben. Mit einer repressiven Asylpolitik bekämpft die Landesregierung in Baden-Württemberg jedoch die Flüchtlinge und nicht die Ursachen der Flucht. Viele Flüchtlinge, Asylsuchende und Menschen ohne gesicherten Aufenthalt werden in Baden-Württemberg in Sammellagern untergebracht und durch die so genannte Residenzpflicht in ihrer Bewegungsfreiheit auf einen bestimmten Landkreis eingeschränkt. Sie erhalten Gutscheine und Sachleistungen, die etwa 35 Prozent unter dem Sozialhilfesatz liegen.
DIE LINKE fordert, die Menschenwürde der Flüchtlinge nicht länger zu verletzen, die diskriminierenden Regelungen in der Asylpolitik abzuschaffen und Abschiebungen einzustellen. Der Flüchtlingsschutz und die Bekämpfung von Fluchtursachen sind wichtige Bestandteile unserer Politik. Aufnahme und Schutz von in Not geratenen Menschen sind Pflicht und Selbstverständlichkeit für ein demokratisches Gemeinwesen.
Flüchtlinge aus den Krisenzentren der Welt und Kinder als Flüchtlinge aus vielen Ländern bedürfen der besonderen Aufmerksamkeit. Es ist unhaltbar, dass die UN-Kinderrechtskonvention nicht umgesetzt wird.
Nach Schätzungen von Beratungsstellen leben 100 000 Menschen ohne of?zielles Aufenthaltsrecht in Süddeutschland. Sie sind zum Teil durch kriminelle Schlepperbanden nach Deutschland geschleust worden oder verstecken sich aus Angst vor Abschiebung vor den Behörden. Diese „Illegalisierten“ sind in keiner Weise vor ökonomischer oder sexueller Ausbeutung geschützt und können weder Krankenhaus noch Schulen aufsuchen.
DIE LINKE fordert eine Garantie der Grundrechte auch für Menschen ohne Papiere in Baden-Württemberg. Ein prekärer oder fehlender Aufenthaltsstatus darf in keinem Fall zu einer Verletzung von Menschen- und Grundrechten führen.