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Presse


Nach Brand in Moria: Menschenunwürdiges EU-Hotspot-System auflösen, Flüchtlinge aufnehmen

Heike Hänsel, MdB


„Der verheerende Brand im völlig überfüllten Flüchtlingslager in Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist ein Fanal der gescheiterten Flüchtlingspolitik der EU. Seit Jahren warnen
Menschenrechtsorganisationen vor solch einer Katastrophe. Deutschland steht auch angesichts der EU-Ratspräsidentschaft in der dringenden Pflicht, jetzt eine sofortige Evakuierung Morias zu organisieren und die internierten Menschen innerhalb der EU aufzunehmen. Die griechische Insel benötigt zudem Unterstützung, um alle weiteren Feuer in der Umgebung zu löschen“, sagt Heike Hänsel, Tübinger Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, die zusammen mit Mitgliedern der Gesellschaft Kultur des Friedens bis Anfang September 2020 auf Lesbos war, um die aktuelle Lage der Menschen in den Flüchtlingslagern zu erfassen und das Solidaritätsprojekt One Happy Family OHF nahe der Hafenstadt Mytilini zu unterstützen.

Die Außenpolitikerin weiter: „Das Lager war bei Kapazität für 3.000 Menschen bekanntermaßen mit mehr als 12.000 Menschen heillos überbelegt, im letzten Jahr sogar mit über 20.000 Menschen. Die Folge waren unhaltbare Zustände für die Flüchtlinge und die griechische Bevölkerung. Nun kam der lange befürchtete Corona-Ausbruch dazu. Dennoch hat die Bundesregierung bislang nicht einmal 500 Menschen aus Moria aufgenommen und ist auf EU-Ebene weitgehend untätig geblieben. Bundeskanzlerin Angela Merkel muss eine EU-Sondersitzung einberufen, für eine Neuausrichtung der europäischen Flüchtlingspolitik. Das menschenunwürdige EU-Hotspot-System muss aufgelöst werden. Die Stadt Tübingen ist aufgefordert, nun ein ganz konkretes Angebot an das Innenministerium zu machen, sofort Menschen aufzunehmen, damit diese nicht obdachlos auf der griechischen Insel umherirren."
 


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