Landesverband Baden-Württemberg
Newsletter 18. August 2021

Liebe Leser:innen,

das totale Fiasko ist da. Nach fast 20 Jahren Intervention stehen Bundeswehr und NATO vor einem Scherbenhaufen. Die afghanische Republik ist Geschichte und das „Islamische Emirat Afghanistan“ der Taliban ist zurück.

Hunderttausende fliehen und bangen um ihr Leben, darunter Ortskräfte der Bundeswehr, Mitarbeiter*innen von NGOs, Menschrechtsaktivistinnen, Journalist*innen – überhaupt alle Mädchen und Frauen, ob sie nun zur Schule, zur Universität oder einfach arbeiten gehen. Die Bundesregierung hat in dieser Krise komplett versagt. Wir fordern die Bundesregierung auf, jetzt die Menschen in Afghanistan zu retten und die Verantwortung für den gescheiterten Militäreinsatz zu übernehmen.

Tobias Pflüger, Freiburger Bundestagsabgeordneter und stellvertretender Parteivorsitzender, bringt es auf den Punkt: "Zwanzig Jahre westliche Kriegsbeteiligung und Militärpräsenz in Afghanistan sind umfassend gescheitert. Jetzt gilt es, diesen Fehler aufzuarbeiten und alles dafür zu tun, dass schutzsuchende Menschen aus Afghanistan nicht den Preis dafür bezahlen, dass sie vor Ort mit westlichen Organisationen kooperiert oder dass sie sich für Menschenrechte eingesetzt haben." Das gesamte Statement von Tobias Pflüger findet ihr am Ende des Newsletters.

DIE LINKE hat von Anfang die Beteiligung der Bundeswehr am Militäreinsatz in Afghanistan kritisiert und abgelehnt. Angesichts des Debakels dieses Militäreinsatzes in Afghanistan kann und darf nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden. Demokratie und Menschenrecht können nicht herbeigebombt werden. Afghan:innen, die in Deutschland leben, müssen sicher bleiben können. Es ist eine Schande, dass noch in diesem Jahr Abschiebungen nach Afghanistan stattgefunden haben - auch aus Baden-Württemberg. Wir fordern die Landesregierung von Baden-Württemberg auf, ein Landesaufnahmeprogramm aufzustellen.

Lasst uns gemeinsam unsere Solidarität mit den Menschen in Afghanistan zeigen und ein starkes Zeichen für eine unbürokratische und schnelle Aufnahme von allen Menschen, die nun in ihrem Leben bedroht sind, setzen.

Euer Landesbüro

 

 

Inhaltsverzeichnis

 
  1. Verantwortung übernehmen – Menschen retten – Konsequenzen ziehen!
  2. Weitere Termine
 

Verantwortung übernehmen – Menschen retten – Konsequenzen ziehen!

 

Aufruf unterzeichnen

 

Wir fordern:

  • Die Menschen retten! So schnell, so unbürokratisch und so viele es geht: Es braucht sofort eine Luftbrücke für eine Massenevakuierung und ein Visanotprogramm damit Flugzeuge ohne komplizierte Anträge betreten werden können. Wir fordern die Vergabe humanitärer Visa in den deutschen Botschaften in Afghanistans Nachbarstaaten. Für alle Menschen, die nun in ihrem Leben bedroht sind.
  • Es braucht eine massive Aufstockung des UN-Flüchtlingsfonds für Afghanistan. Es ist jetzt mit einer langandauernden Fluchtbewegung zu rechnen. Bereits Ende 2020 lebten 2,6 Millionen Afghan*innen als Flüchtlinge in den Anrainerstaaten Iran und Pakistan. Mehr als drei Millionen Afghan*innen gelten als Binnenvertriebene im eigenem Land. 
  • Wir brauchen ein europäisches Aufnahmeprogramm. Und Deutschland sollte vorangehen. Viele Länder und Kommunen mit linker Regierungsbeteiligung haben bereits ihre Bereitschaft zur Aufnahme von Geflüchteten aus Afghanistan erklärt! Es braucht jetzt einen konsequenten und sofortigen Flüchtlingsschutz.

Unterzeichnet hier unseren Aufruf.

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Zur aktuellen Lage in Afghanistan

 

Morgen, am 19.08., beantwortet unser Freiburger Bundestagsabgeordneter Tobias Pflüger live auf Instagram unter @tobias.pflueger ab 19 Uhr eure Fragen zur aktuellen Lage in Afghanistan.

Die Bundesregierung hat bei der Evakuierung schutzsuchender Menschen aus Afghanistan auf ganzer Linie versagt. Die chaotischen Szenen am Kabuler Flughafen hat auch das Außenministerium mit seiner Hinhaltepolitik mitzuverantworten.
Zwanzig Jahre westliche Kriegsbeteiligung und Militärpräsenz in Afghanistan sind umfassend gescheitert. Jetzt gilt es, diesen Fehler aufzuarbeiten und alles dafür zu tun, dass schutzsuchende Menschen aus Afghanistan nicht den Preis dafür bezahlen, dass sie vor Ort mit westlichen Organisationen kooperiert oder dass sie sich für Menschenrechte eingesetzt haben.

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Solidarität zeigen

 

Es gibt weitere Möglichkeiten jetzt aktiv zu werden und unsere Solidarität zu zeigen.

 

Die Bundesregierung muss fur dieses Desaster die Verantwortung übernehmen

 

Gökay Akbulut, Spitzenkandidatin und MdB aus Mannheim

Gökay Akbulut, unsere baden-württembergische Spitzenkandidatin und Mannheimer Bundestagsabgeordnete, macht klar: "Die Bundesregierung muss für dieses Desaster Verantwortung übernehmen. Deutschland muss die Menschen in Afghanistan unterstützen, die im Stich gelassen und deren Hoffnungen auf eine friedliche und freie demokratische Zukunft zerstört worden sind. Daher kann es nicht sein, dass sich die Bundesregierung und alle anderen Parteien darauf beschränken, die Ortskräfte und ihre engsten Angehörigen in Deutschland aufzunehmen. Diese etwa 10.000 Menschen sind nur sehr wenige all der Menschen, die sich seit der Machtübernahme der Taliban am vergangenen Sonntag auf die Flucht begeben werden. Alle Ankündigungen aus Union, FDP und SPD, es dürfe sich für Deutschland die Situation von 2015 nicht wiederholen, sind absolut fehl am Platz. Schnelle Hilfe vor Ort und in den Nachbarstaaten Afghanistans ist wichtig – dennoch dürfen sich Deutschland und die EU nicht dagegen wehren, Menschen in Not bei uns aufzunehmen."

 

Afghanistan: Deutschland für Katastrophe mitverantwortlich

18. August 2021

 

Tobias Pflüger, MdB

Vor der Sitzung des Verteidigungsausschusses zur aktuellen Lage in Afghanistan erklärt Tobias Pflüger, stellvertretender Parteivorsitzender der LINKEN und verteidigungspolitischer Sprecher der LINKEN im Bundestag: "Die Bundesregierung hat bei der Evakuierung schutzsuchender Menschen aus Afghanistan auf ganzer Linie versagt. Die chaotischen Szenen am Kabuler Flughafen hat auch das Außenministerium mit seiner Hinhaltepolitik mitzuverantworten. Das begann mit einem bürokratischen Verfahren, im Zuge dessen Menschen trotz Kriegswirren nach Kabul kommen mussten, um biometrische Daten aufzunehmen und Anträge zu stellen. Mit engen Kriterien und wenig Empathie wurde selbst ehemaligen Ortskräften der Bundeswehr die Möglichkeit, nach Deutschland aufgenommen zu… Weiterlesen

 

 

Weitere Termine

 

DGB-Aktionstag: Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.
26. September 2026, 11:55 Uhr

 

Samstag, 26. September 2026, 11:55 Uhr Stuttgart, Schloßplatz Freiburg, Stühlinger Kirchplatz Der Deutsche Gewerkschaftsbund und seine Mitgliedsgewerkschaften rufen unter dem Motto "Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente." zu einem bundesweiten Aktionstag auf. Am 26. September finden in 15 Großstädten Kundgebungen statt.… mehr

 

Sozialproteste: Es reicht! Das Leben bezahlbar machen.
26. September 2026

 

Die Bundesregierung plant die massivsten Angriffe auf unseren Sozialstaat seit der Agenda 2010: Sie will an unserer Gesundheit und Pflege sparen, hart erkämpfte Arbeitsrechte wie Kündigungsschutz und 8-Stunden-Tag kippen, die Jugend- und Behindertenhilfe und unsere Renten kürzen. Wir sagen: Es reicht! Mit Sozialprotesten im ganzen Land machen wir… mehr

 

Landesausschuss (Online)
27. September 2026, 11:00 Uhr

 

11 - 15 Uhr als Online-Treffen. Mitgliederöffentlich. Anmeldung über Landesgeschäftsstelle. mehr

 

Regionalkonferenz gewerkschaftliche Erneuerung 2026
9. Oktober 2026

 

Veranstaltungsort Universität Freiburg genauer Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben Freiburg   Zeit 09.10.2026, 10:00 - 10.10.2026, 18:00 Uhr Jetzt anmelden Anfang Oktober kommen in Freiburg an zwei Tagen Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Branchen, Betrieben und Gewerkschaften zusammen, um nach vorne zu schauen. Gemeinsam wollen… mehr

 

Landesausschuss
12. Dezember 2026, 11:00 Uhr

 

11 - 15 Uhr als Präsenz-Treffen (Ort wird noch geklärt). mehr

 

 

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