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            <title>Die Linke Baden-Württemberg: RSS-Feed</title>
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            <copyright>Die Linke Baden-Württemberg</copyright>
            
            <pubDate>Sun, 16 Aug 2026 21:28:27 +0200</pubDate>
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                <guid isPermaLink="false">news-489</guid>
                <pubDate>Sat, 23 Jan 2010 20:47:00 +0100</pubDate>
                <title>Unser Gegner ist Schwarz-Gelb!</title>
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                <description>Rede von Gesine Lötzsch, MdB, auf dem Landesparteitag der LINKEN in Baden-Württemberg am 23. Januar 2010</description>
                <content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Genossinnen und Genossen, 
</p>
<p>herzlichen Dank für die Einladung zu eurem Parteitag. Gregor Gysi hat am 11. Januar unter großem Beifall in der Berliner Kongresshalle die Genossen in Ost und West aufgefordert, sich häufiger zu treffen und miteinander zu reden. Das wollen und müssen wir tun, und auch darum bin ich heute hier. Ich weiß nicht, ob hier in Baden-Württemberg das "Neue Deutschland" gelesen wird. Ich durfte dort vor zwei Wochen eine Gastkolumne schreiben, um über einen Fußballtraum zu berichten. Ich habe in der Kolumne die Fusion der Fußballclubs Energie Cottbus und Rot-Weiß Oberhausen beschrieben. Das klingt verrückt, ist es auch. Auch die Fusion von PDS und WASG zur Linken ist etwas, was niemand erwartet hatte und uns auch niemand zugetraut hatte. Uns ist da etwas wirklich Unglaubliches gelungen! Das müssen wir uns immer wieder vor Augen führen, und wir können stolz darauf sein. Keiner hat uns das zugetraut. Die anderen Parteien waren geschockt. Ihre Führungen reagierten auf uns wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen. Wir haben aus der Opposition die Regierung vor uns her getrieben und soziale Verbesserungen erreicht. Das ist unsere Aufgabe und das werden wir auch weiterhin tun! Oskar hat am Dienstag in seiner Rede im Saarland deutlich gemacht, dass unsere Wahlaussagen ihre Wirkung entfalten: "Raus aus Afghanistan!", "Mindestlohn gerade jetzt", "Hartz IV abwählen!", "Gegen die Rente ab 67". Ihr habt ja hier die Wahlplakate noch einmal aufgehängt. Diese Forderungen werden von der Mehrheit der Bevölkerung getragen, und deshalb kann die Kanzlerin sie auch nicht vom Tisch wischen. Auch die anderen Parteien übernehmen Forderungen von uns. Die SPD hat gestern auf ihrer Afghanistan-Konferenz erstmals erklärt, dass es ein Datum für den Abzug der Bundeswehr geben muss. Das war im Wahlkampf noch undenkbar. Herr Rüttgers von der CDU fordert Verbesserungen bei Hartz IV. Die CSU gar - so heute auf der Titelseite der "Berliner Zeitung" zu lesen - will gar das Finanzkasino schließen. Nun wird es unsere Aufgabe sein, die anderen Parteien zu zwingen, ihre Aussagen auch umzusetzen.<br><br>Liebe Genossinnen und Genossen, eine vergleichbare Fusion gab es noch nicht in der deutschen Parteiengeschichte! Es ist ein Wunder und wir sollten uns das viel öfter in Erinnerung rufen, wenn wir uns in den alltäglichen Konflikten zu sehr verheddern. Erst seit zweieinhalb Jahren sind wir eine Partei. Wer glaubt, dass nach einer so kurzen Zeit alle Probleme zu lösen wären, der sollte sich einen anderen Vereinigungsprozess vor Augen führen. Seit 20 Jahren versuchen unterschiedliche Bundesregierungen die Vereinigung zwischen Ost- und Westdeutschland zu organisieren und sind damit gescheitert. Die Ost-Industrie ist durch die Treuhand, die ich als Mutter aller Heuschrecken bezeichne, abgewickelt worden. Millionen Menschen haben den Osten verlassen und sind in den Westen gegangen. Die Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland ist immer noch doppelt so hoch wie in den alten Bundesländern. Aber: Ostdeutschland ist vor allem die Blaupause für den Umbau Westdeutschlands. Wie gesagt, Heuschrecken gab es im Osten schon Anfang der 90er Jahre. Ostdeutschland ist heute Niedriglohnland. Wer sich die Entwicklung des Ostens der letzten 20 Jahre anschaut, wird die jüngsten Entwicklungen im Westen noch besser verstehen. Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen, dass diese Blaupause von der Bundesregierung nicht auch noch in Baden-Württemberg, NRW, Bayern und den anderen westlichen Bundesländern umgesetzt wird!<br><br>Wenn wir also in historischen Zeiträumen denken - und das sollten wir tun - dann haben wir noch ein bisschen Zeit, um als Partei zusammenzuwachsen.<br><br>Denn: Bei allen Versuchen unsere eigenen Probleme als Partei zu lösen, müssen wir uns in erster Linie mit der Politik der neoliberalen Regierungen auseinandersetzen. Unser Gegner ist Schwarz-Gelb!<br><br>Und da erleben wir in Berlin zurzeit ganz schlechtes Theater! Den ersten Akt haben wir vor der Bundestagswahl erlebt: Vor der Wahl wollte die Kanzlerin uns weismachen, dass die Erde eine Scheibe ist. Nach der Wahl in NRW kommt dann der zweite Akt. Dann wird die Kanzlerin erklären, dass die Erde eine Kugel ist, was aber vor der Wahl leider keiner wissen konnte. So sieht das Drehbuch der Kanzlerin für die Steuersenkungspläne der Koalition aus. Schon vor der Wahl war klar - da waren sich alle führenden Ökonomen einig - dass es in Anbetracht gigantischer Staatsschulden keinen Spielraum für Steuersenkungen geben wird. Vor allem die FDP sträubt sich gegen diese Erkenntnis. Sie folgt weiter dem Aberglauben, dass Steuersenkungen für Unternehmen und Erben die Konjunktur beleben würden. Doch wenn es um Macht und Geld geht, zählt Expertenrat wenig. Dann muss die Erde noch für weitere Monate bis zur NRW-Wahl eine Scheibe sein. Der aktuelle Mövenpick-Spendenskandal zeigt, dass die regierenden Parteien bereit sind, allen ökonomischen Sachverstand über Bord zu werfen, wenn nur ausreichend Spendengelder in ihre Parteikassen fließen. Mövenpick zahlte 1,1 Mio. Euro an die FDP vor Beginn der Koalitionsverhandlungen. Darauf beschließt die Koalition, dass für Übernachtungen der Mehrwertsteuersatz von 19% auf 7% gesenkt wird. Kosten für die Steuerzahler: 2 Mrd. Euro! Einnahmen für die FDP: 1,1 Mio. Euro auf dem FDP-Konto ist doch mehr als nichts, oder? Dieses Beispiel zeigt: Politik wird nicht mehr gewählt, sie wird bestellt. Reiche können sich Politik bestellen, Arme haben keine Chance. Und weil die LIDL-Verkäuferin nicht das Geld für eine Großspende an die Mövenpick-Partei FDP - dieses Wort habe ich übrigens am Dienstag in der Debatte im Bundestag geprägt - hat, werden ihre Interessen auch nicht vertreten. Auch wenn es in der vergangenen Woche FDP und CDU/CSU immer wieder von sich gewiesen haben: Die Politik ist käuflich! Das ist der eigentliche Skandal! Wer politische Entscheidungen nach Spendenhöhe trifft, der legt die Axt an die Wurzel der Demokratie. In einer Demokratie müssen sich die Interessen der Mehrheit des Volkes durchsetzen, sonst ist es keine Demokratie. Und wir kämpfen für eine Demokratie, die den Namen "Volksherrschaft" wirklich verdient.<br><br>Liebe Genossinnen und Genossen, ihr habt ja alle schon mal Talkshows gesehen. Das sitzen ja nicht nur Politiker, sondern manchmal auch Sportler oder Fußballtrainer. Die tragen am Hemdkragen dann immer den Namen ihres Sponsors. Oskar Lafontaine hat einmal vorgeschlagen, dass auch die Politiker den Namen ihres Sponsors am Hemdkragen tragen sollten. Dann wissen die Zuschauer wenigstens, woran sie sind. DIE LINKE hat bisher noch keine einzige Großspende bekommen und das ist auch gut so. Ich habe mir den Anteil der Spenden an den Gesamteinnahmen der Parteien angeschaut: Danach sind ein Viertel der Einnahmen von FDP und CSU Spenden. Wer so abhängig von Spendern ist, der kann keine Politik für alle Menschen machen. Deshalb fordert DIE LINKE, dass Großspenden an Parteien verboten werden!<br><br>Liebe Genossinnen und Genossen, der Finanzminister erklärte in dieser Woche im Bundestag, dass er die Steuerschätzung im Mai abwarten will, bevor er über Kürzungen im Haushalt sprechen will. Doch es ist schon jetzt klar, egal wie die Steuerschätzung ausfällt: Es wird keinen Spielraum für Steuersenkungen geben. Nein, Herr Schäuble möchte nur den Kopf von Herrn Rüttgers retten und nach der NRW-Wahl erklären, dass die Erde eine Kugel ist. Diese Regierung hat größte Schwierigkeiten im Umgang mit der Wahrheit. Das müssen wir den Bürgerinnen und Bürgern immer wieder erklären. Herr Schäuble hat schon angekündigt, dass er sechs Jahre jeweils 10 Milliarden Euro im Bundeshaushalt streichen will. Wenn es nach ihm ginge, würde er natürlich am liebsten bei den Sozialausgaben streichen. Er verwies in seiner Rede darauf, dass immerhin insgesamt 176,7 Milliarden Euro für soziale Zwecke ausgegeben werden. Das betrachtet diese Regierung als Ausweis ihrer sozialen Politik. Genau das Gegenteil ist der Fall. Diese extrem hohen Ausgaben sind ein Warnsignal. Diese und die Vorgängerregierung treiben die Sozialsysteme systematisch in den Ruin. Die OECD kritisiert in diesem Zusammenhang die Bundesregierung wegen der Bemessungsgrenzen in den sozialen Sicherungssystemen. Sie stellt fest, dass Menschen mit hohem Einkommen durch die Bemessungsgrenzen überdurchschnittlich stark entlastet werden. Sie zahlen zu wenig in die Systeme ein. DIE LINKE hält es für unerträglich, dass die Sekretärin von Deutsche-Bank-Chef Ackermann genauso viel in die Sozialversicherung einzahlt, wie ihr Chef, der mehr als das Tausendfache der Sekretärin erhält. DIE LINKE fordert die sofortige Anhebung der Bemessungsgrenzen und die Einführung einer solidarischen Bürgerversicherung!<br><br>Der Bundeshaushalt wird von der Bundesregierung systematisch ruiniert. Jedes Jahr erhalten Unternehmen Lohnsubventionen von über 9 Mrd. Euro. Es wurde ein Niedriglohnsektor geschaffen, der ehrlich arbeitende Menschen zwingt, als Aufstocker beim Arbeitsamt um Almosen zu bitten. Das ist doch nicht Ausdruck von sozialer Politik! Wir brauchen endlich den flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn, damit die Menschen von ihrer Hände Arbeit in Würde leben können. Seit fünf Jahren gibt es nun Hartz IV. Es gibt Politiker, die bezeichnen Hartz IV als eine Erfolgsgeschichte. Ich sehe das anders. Für mich ist Hartz IV Armut per Gesetz. Unsere Zeit ist schnelllebig und vieles vergessen wir. Darum möchte ich an folgendes erinnern: Am 3. Oktober 2004 erschien eine ganzseitige Anzeige in der Süddeutschen Zeitung mit der Überschrift: "Auch wir sind das Volk." Ich zitiere daraus: "Die unter dem Angst machenden und abschreckenden Schlagwort Hartz IV beschlossenen Änderungen in der Arbeitslosen- und Sozialhilfe sind überlebensnotwendig für den Standort Deutschland" und weiter "Jetzt hilft nur noch ein radikaler Kurswechsel. Solche Einschnitte tun weh wie alle schweren Operationen..." Den in Geld schwimmenden Unterzeichnern hat diese Reform nicht wehgetan. Unter ihnen ist der ehemalige Vorstandschef der West LB, Dr. Thomas Fischer. Er wurde wegen halsbrecherischer Fehlspekulationen 2007 als Vorstand entlassen. Er hat den Steuerzahlern mit der West LB einen der größten Bankensanierungsfälle der Bundesrepublik hinterlassen. Dr. Martin Kohlhaussen war Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank, der Bank, die vom Staat über 18 Mrd. Euro erhalten hat, damit sie nicht in den Konkurs gehen musste. Auch sein Name steht unter dieser zynischen Anzeige. Dr. Thomas Middelhoff, damaliger Aufsichtratschef der KarstadtQuelle AG. Er hat ein Traditionsunternehmen ruiniert und tausende Verkäuferinnen in die Arbeitslosigkeit entlassen. Auch er hat diese Schmähschrift unterschrieben. Keiner dieser Manager hat jemals in einer Anzeige oder in anderer Form vor den dramatischen Risiken der Finanzbranche gewarnt. Keiner! Diese Schwadroneure und Wichtigtuer geben in ganzseitigen Anzeigen ehrlich arbeitenden Menschen unverschämte Ratschläge und halten sich selbst für unfehlbar. Keiner dieser Versager wurde zur Rechenschaft gezogen. Keiner von diesen Schlaumeiern muss um sein Schonvermögen und seine Rente fürchten. Keiner ist auf das demütigende Hartz IV angewiesen. Diese Demagogen und Populisten werden von dieser Regierung geschützt. Das ist der eigentliche Skandal!<br>&nbsp;<br>Der neue Gesundheitsminister, der nette Herr Rösler müßte eigentlich Pharmaminister heißen. Er hat einem führenden Vertreter der Privaten Krankenkassen die Grundsatzabteilung des Gesundheitsministeriums übergeben. Er soll die Einführung der Kopfpauschale organisieren. Für Menschen mit geringem Einkommen verspricht er einen Ausgleich aus Steuern. Aber ich frage mich, wie soll das gehen? Einerseits die Steuern ruinieren, andererseits Steuerausgleiche zahlen? Ich sage Euch, was dahinter steckt: Gesundheitspolitik nach Kassenlage. Der Satz "Weil du arm bist, musst du eher sterben" soll wieder gelten. Dem müssen wir uns entgegenstellen. Die Bundesregierung schießt auch Milliarden von Euro in die Rentenversicherung ein. Das hat viel weniger mit der demografischen Situation zu tun, als vielmehr mit der Niedriglohnpolitik der Regierung. CDU/CSU, SPD und Grüne haben die gesetzlichen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Unternehmen vollwertige versicherungspflichtige Arbeitsplätze in Minijobs umgewandelt haben. Die Kanzlerin wehrt sich gegen einen gesetzlichen Mindestlohn, der nicht nur den Bundeshaushalt, sondern auch die Sozialsysteme, insbesondere das Rentensystem, stärken würde. Diese Regierung stellt sich seit Jahren auf die Seite der Arbeitgeber und fordert Lohnzurückhaltung. Damit schadet sie nicht nur den Arbeitnehmern, sondern auch den Rentnern. Mit dieser Politik wurde die Einnahmebasis der Sozialsysteme schwer beschädigt. Das ist doch kein Ausdruck von sozialer Politik! DIE LINKE will, dass die zur Kasse gebeten werden, die die Wirtschafts- und Finanzkrise verursacht haben und jetzt schon wieder dicke Boni kassieren. Wir haben in dieser Woche einen Antrag in den Bundestag eingebracht, in dem wir die Forderung von Barack Obama übernehmen, dass die Banken eine Steuer zur Finanzierung der Krise zahlen müssen. Barack Obama forderte auf seiner Pressekonferenz: We want our money back! Auch wir wollen unser Geld wieder haben!<br><br>Liebe Genossinnen und Genossen! <br>überall im Land hängen jetzt Plakate mit dem Konterfei von Guido Westerwelle. Er behauptet, den Bürgern mehr Geld gegeben zu haben. Das ist aber die Unwahrheit. Dort, wo es Steuererleichterungen für wenige gibt, gibt es Abgabenerhöhungen für viele. Wenn der Vorhang am Ende dieses Koalitionstheaters fällt, dann wird die Mehrheit der Menschen weniger Netto vom Brutto in der Tasche haben. Dagegen werden wir die Menschen in Ost und West in Nord und Süd mobilisieren! Es hängt auch von der Stärke der LINKEN ab, wieviel Netto die Menschen in den nächsten Jahren in der Tasche haben.<br>&nbsp;<br>Liebe Genossinnen und Genossen, <br>DIE LINKE ist eine starke Partei, die durch die neoliberalen Parteien nicht zu bremsen ist! Nur wir allein können uns noch selbst aufhalten.<br><br>Würden wir heute die Liste unserer Streitpunkte ausrollen, dann würde sie wahrscheinlich vom Podium bis zur Saaltür reichen. Doch wenn wir die Liste unserer Gemeinsamkeiten ausrollen, dann reicht sie von Berlin bis nach Stuttgart!<br><br>Liebe Genossinnen und Genossen, <br>lasst uns gemeinsam beide Listen abarbeiten, doch die Liste Berlin-Stuttgart hat Vorrang!<br><br>Heute tagt in Berlin der Parteivorstand. Um 13 Uhr wird es eine Pressekonferenz geben. Oskar Lafontaine wird eine Erklärung zu seiner politischen Zukunft abgeben. Und obwohl schon jetzt einige Tickermeldungen laufen, finde ich, dass Oskar das Recht hat, seine Pläne selbst zu erklären. Leute, die ihn interpretiert haben, gab es in der letzten Zeit genügend und so mancher lag daneben. Aber ich will auch sagen: Ohne Oskar Lafontaine würde es DIE LINKE nicht geben. Ohne ihn hätte es keine Fusion von WASG und PDS gegeben. Ohne ihn hätte es die erfolgreichen Wahlen 2005 und 2009 nicht gegeben. Ich kann mich noch gut daran erinnern wie es war, als ich nach den Wahlen 2002 mit Petra Pau allein im Bundestag saß und einer linken Partei in Deutschland keine Zukunft mehr gegeben wurde. Und weil das so ist, hat Oskar Lafontaine auch ein Recht darauf, von der eigenen Partei anständig und mit Würde behandelt zu werden. Und wer meint, über die Medien gegen Oskar arbeiten zu müssen, der muss auch seinen eigenen Platz in der LINKEN neu bestimmen. Es ist doch eine uralte Erfahrung, dass die politischen Kräfte, die der LINKEN feindlich gegenüber stehen, zuerst ihre Führungskräfte angreifen, um die ganze Linke zu schwächen. Manch einer meint vielleicht einen kurzfristigen Vorteil daraus zu ziehen, dass er zu den "Vernünftigen" gezählt wird. Das wird aber nie von Dauer sein. Egal welche Erklärung Oskar Lafontaine heute abgibt, ob er als Stürmer oder Coach weiter agieren wird, er wird mit seinen Ideen und seinem strategischen Weitblick der LINKEN immer erhalten bleiben. Und diejenigen, die gehofft haben, er ziehe sich aus der Politik zurück, werden enttäuscht sein. Stärken wir die LINKE gemeinsam mit Oskar Lafontaine. </p>]]></content:encoded>
                <category>Position</category><category>2. Landesparteitag</category>
                
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                <guid isPermaLink="false">news-480</guid>
                <pubDate>Sat, 23 Jan 2010 13:39:00 +0100</pubDate>
                <title>Rede von Landessprecher Bernd Riexinger</title>
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                <description>Rede von Landessprecher Bernd Riexinger - Es gilt das gesprochene Wort.</description>
                <content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Genossinnen, liebe Genossen,<br><br>bevor ich auf die aktuelle landespolitische Lage eingehe, lasst mich kurz einen Blick zurückwerfen. Die Linke hat bei den Bundestagswahlen – gerade mal vor 4 Monaten – mit fast 12 % ein hervorragendes Wahlergebnis erzielt und sich als 5. Gesamtdeutsche Partei etabliert. Absolute Spitzenklasse ist, dass wir in Baden-Württemberg ein Ergebnis von über 7 % erzielt haben. Wir konnten unsere Bundestagsmandate von 3 auf 6 verdoppeln, was vor Kurzem sogar zur Gründung einer eigenen Baden-Württembergischen Landesgruppe geführt hat. Was uns besonders optimistisch stimmt. In jedem Wahlkreis konnten wir die 5 %-Klausel locker überspringen. Selbst in den tief schwarzen Regionen, wo früher der Spruch galt, stell einen Besenstiel auf und streiche ihn schwarz an, er erhält immer noch 70 %, hat die Linke Ergebnisse teilweise über 6 % erreichen können. Das wiegt mindestens genau so schwer, wie Wahlergebnisse in manchen Wahllokalen, in erster Linie in sozialen Brennpunkten, von deutlich über 10 ja in einzelnen Fällen sogar über 20 %. Darauf können wir zu recht stolz sein und alle Kreisverbände haben mit hohem Engagement wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen.<br><br>In Verbindung mit dem Einzug in viele Kommunalparlamente hat sich die Linke als ernst zu nehmende politische Kraft in Baden-Württemberg etabliert. Wir sind zwar weit davon entfernt die Ergebnisse der Bundestagswahl auf die Landtagswahl hoch zu rechnen. Wir haben jedoch allen Grund den Landtagswahlen 2011 optimistisch entgegen zu sehen. Wir werden alles tun um da rein zu kommen und ich bin überzeugt, wir werden das schaffen.<br><br>Es wird höchste Zeit, dass dieser selbstgerechten, vielfach untätigen und häufig hilflosen, fast immer konturlosen&nbsp; schwarz gelben Landesregierung, die meint das Recht zum Regieren auf Lebzeiten gepachtet zu haben eine linke Opposition im Landtag gegenübersteht, die diesen Namen auch verdient. In das gelb-schwarz-rosa und blass grüne politische Farbengemisch gehört endlich ein knallroter Kontrast, damit über echte politische Alternativen gestritten wird und nicht über Nuancen der immer gleichen Politiksoße.<br><br>Die SPD im Lande ist nach wir vor zahnlos und verunsichert, weiß nicht ob sie weiter Mitte oder doch irgendwie mehr links sein will. Mit ihrem neuen Vorsitzenden Niels Schmidt haben sie den klassischen sowohl als auch Vertreter gewählt, der bisher jeglicher linken Umtriebe unverdächtig war. Eine Neuorientierung sieht anders aus. Der grüne Fraktionsvorsitzende, Winfried Kretschmann, der jüngst wie weiland, Gerhard Schröder am Gitter des Bundeskanzleramtes gerüttelt und geschrien hat, ich will da rein, hat kürzlich etwas gesetzter als allgemein die in die Jahre und vor allem in der Mitte angekommenen Grünen gesagt: Ich will Finanzminister werden. Warum? Um mehr Geld für Bildung, Soziales oder doch wenigstens Ökologie auszugeben. Weit gefehlt! Er will mehr und konsequenter sparen als die CDU. Vor so radikaler Oppositionsarbeit wird der designierte Ministerpräsident, Stefan Mappus, arg erschrocken sein. Noch einer, der unbedingt zu mir ins Bett will, den ich aber so lange auf der Bettkante sitzen lasse, wie die FDP ruhig und zufrieden unter der Bettdecke weiterschläft, wird er wohl gedacht haben. <br><br>Nein, liebe Genossinnen und Genossen. Für eine wirkliche Opposition im Land, für eine Politik der sozialen Gerechtigkeit, für eine Politik, die es den Regierenden nicht so einfach macht, die die Kritik an den sozialen Verhältnissen auf den Punkt bringt, die&nbsp; denen eine Sprache gibt, deren Interessen längst nicht mehr von den anderen Parteien vertreten werden und die sich nicht durch Posten korrumpieren lässt, dafür braucht es eine starke Linke in Baden-Württemberg. Auch hier zu Lande gilt der Slogan: Je stärkere die Linke, desto sozialer das Land.<br><br>Die sozialen und politischen Verhältnisse zu ändern, für diese vornehme Aufgabe gibt es genügend Anlässe und Gründe. Es geschah in Baden-Württemberg, dass eine Beschäftigte in einem Altersheim mehrere&nbsp; übriggebliebene Maultaschen mitgenommen hat und dafür die fristlose Kündigung erhielt. Die Präsidentin des Bundesarbeitsgerichtes, Ingrid Schmidt, hat kurz vor Silvester die Gerichtsentscheidungen bei Bagatellkündigungen verteidigt. „Seit Jahrzehnten sage die Rechtsprechung: Diebstahl und Unterschlagung sind ein Kündigungsgrund. Es gibt in dem Sinne keine Bagatellen“, sagte sie der Süddeutschen Zeitung. Ein Arbeitgeber dürfe auch bei Kleinigkeiten die Vertrauensfrage stellen.<br><br>Solange ein Manager ein Unternehmen in hohe Millionenschulden stürtzt und dafür mit hohen Abfindungen belohnt wird, solange Banker Milliarden Boni für ruinöse Spekulationsgeschäfte erhalten, solange Steuerbetrug in Millionen, ja Milliardenhöhe regelmäßig mit Freispruch endet,&nbsp; solange ein Hotellkettenbesitzer einer Partei eine Million spenden kann und dafür die Mehrwertsteuer halbiert bekommt,&nbsp; aber jemand wegen zweier Pfandbonds von 1,30 Euro auf Verdacht gekündigt werden kann oder wegen zweier übrig gebliebener Maultaschen fristlos entlassen, solange leben wir nicht in einem sozialen Rechtsstaat.&nbsp; Damit alle Menschen vor dem Gesetz gleich behandelt werden braucht es eine starke Linke, liebe Genossinnen und Genossen. <br><br>Und glaubt mir eines, das mit den Brötchen oder Maultaschen hätte keinem unserer Manager passieren können. Keiner von ihnen würde auch jemals eine Sekunde auf den Gedanken kommen für die Arbeitsessen im Gourmetrestaurant, bei der privaten Nutzung des S-Klassen-Mercedes mit Chauffeur oder beim Stadionbesuch mit Vip-Lounge&nbsp; auch nur jemals einen Cent aus eigener Tasche zu bezahlen.&nbsp; Sie sind in jeder Hinsicht gewohnt ihre Rechnungen von anderen bezahlen zu lassen, von den Firmen, die ihnen ohnehin fürstliche Gehälter bezahlen, von den Beschäftigten, wenn sie ihre Arbeitsplätze verlieren oder von der Gesellschaft, wenn sie den Karren wieder mal an die Wand gefahren haben. <br><br>Mit dem unteren Drittel der Gesellschaft wird dabei weitaus weniger fein umgegangen. Was wir derzeit auch&nbsp; im Musterland Baden-Württemberg an Übergriffen, Rechtsverletzungen und respektlosem Umgang mit Beschäftigten und Erwerbslosen erleben ist unfassbar. Da werden Beschäftigte einer Reinigungsfirma bei Daimler von ihren Vorgesetzten genötigt, hunderte von Euro zu bezahlen, wenn sie einen unbefristeten Arbeitsvertrag wollen. Sie werden um ihre Löhne betrogen, in dem sie 6,5 Stunden bezahlt bekommen aber 10 Stunden arbeiten. Sexuelle Übergriffe und Belästigungen gehören ebenso zum Arbeitsalltag, wie Gewaltandrohung. Da müssen Beschäftigte bei Schlecker, wenn sie einen Betriebsrat gründen wollen, detektivisches Gespür entwickeln, weil ihnen Geld aus der Kasse genommen wird um ihnen Betrug zu unterstellen und abgelaufene Ware in die Regale geschmuggelt um Abmahnungs- und Kündigungsgründe zu sammeln. Oder bei der gleichen Firma wird eine Filiale geschlossen, die Beschäftigten werden entlassen. Auf der anderen Seite wird eine neue sog. XL Filiale gebildet, bei der ihnen dann Arbeitsverträge mit 6,5 Euro Stundenlöhne angeboten, ohne Weihnachtsgeld, mit längeren Arbeitszeiten und natürlich ohne Tarifvertrag. Beschäftigt bei der konzerneigenen Leiharbeitsfirma, die zynischerweise „Menschen in Armut heißt und das völlig legal seit der Agenda 2010. Da werden Beschäftigte einer privaten Briefzustellfirma, die im Auftrag der Stuttgarter Zeitungsgruppe arbeitet, gekündigt, weil sie einen Betriebsrat gründen wollen und müssen über 1 Jahr auf einen Prozesstermin beim Arbeitsgericht warten. Da erhält eine Kassiererin bei dem Billigdiscounter Plus in Stuttgart Weilimdorf einen lebensgefährlichen Stromschlag, verursacht durch eine grobe Missachtung der Arbeitssicherheit. Der Marktleiter sorgte sich nicht um die schwer verletzte Kollegin, sondern um die schnelle Inbetriebnahme einer weiteren Kasse. Die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft durch die zuständige Gewerkschaft ruht dort heute noch friedlich, wie auch bei vielen der anderen geschilderten Fälle.<br><br>Einzelfälle? Bei weitem nicht. Diese Fälle häufen sich und sie werden gerade bei den krebsartig um sich greifenden Niedriglohn und prekären Arbeitsverhältnissen zur Regel. <br><br>Liebe Genossinnen und Genossen,<br>&nbsp;solange Hartz IV Bezieher/innen aus ihren Wohnungen vertrieben werden, weil sie ein paar qm über der Norm liegen, solange der Gerichtsvollzieher ganz schnell kommt, wenn die Zinsen eines Bankkredites nicht pünktlich bezahlt werden, aber die Verursacher der geschilderten Übergriffe und Rechtsbeugungen straffrei in ihren Villen sitzen und die Betroffenen teilweise jahrelang und häufig erfolglos um ihre Rechte kämpfen müssen, solange diese Verhältnisse nicht geändert werden, brauchen wir nicht nur starke Gewerkschaften sondern eine starke und größer werdende Linke, die diesen Menschen nicht nur eine Stimme gibt sondern dafür kämpft, dass ihre Rechte gewahrt und wiederhergestellt werden. Wir sind und bleiben die Partei der sozialen Gerechtigkeit. <br>Diese Entwicklung hat sehr viel mit der Agenda 2010 und den unsäglichen Hartz Gesetzen zu tun. Deshalb rufen wir die SPD in Baden-Württemberg auf: Distanziert euch endlich von der Sozialabbaupolitik der Agenda 2010.&nbsp; Dann ist der Weg frei für eine glaubwürdige Oppositionspolitik, gegen die Politik von schwarz/gelb im Land und im Bund.<br><br>Die Bilanz, die die Wohlfahrtsverbände zum Jahreswechsel über Hartz IV gezogen haben könnte vernichtender für dieses Verarmungsprogramm nicht sein. Die Betroffenen würden weit schneller verarmen, als bei der alten Sozialhilfe, die Wenigsten wären in reguläre Arbeitsverhältnisse vermitteln worden,&nbsp; viele Menschen verdienen so wenig, dass Hartz IV als Aufstockungsprogramm oder anders gesagt als Lohnsubvention für Armutslöhne wirken würde. Sie verlangen eine Totalrevision und eine deutlich höhere Grundsicherung. Wir bleiben als LINKE dabei: Hartz IV muss weg. Als Schritt in diese Richtung muss eine Grundsicherung von 500 Euro monatlich eingeführt werden. Die entwürdigenden Kontrolle und Überwachung muss sofort abgeschafft werden.<br><br>Aber was sagt unser designierter Ministerpräsident, Stefan Mappus, vor etwas mehr als einer Woche zu diesem Thema. Der Sozialbereich dürfe keine Tabuzone sein, so Mappus und wörtlich: „Wenn man sich die großen Blöcke des Bundeshaushalts anschaut, kommt man an Hartz IV mit einem Umfang von 40 Mrd. Euro nicht vorbei. Und weiter: „ Wenn wir aus den Sozialhaushalten nicht in erheblichem Umfang einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung bringen können, dann werden wir es nicht schaffen. Das gelte nicht nur auf Bundesebene, sondern auch in den großen Städten.“<br><br>Wie zynisch und sozialdarwinistisch muss man sein, bei den Ärmsten der Gesellschaft weiter einzusparen, während man keinerlei Probleme hat Erben und Milliarden&nbsp; hinterher zu werfen oder wie beim Großprojekt Stuttgart 21,&nbsp; Milliarden sinnlos in der Erde zu vergraben. <br><br>Nein, liebe Genossinnen und Genossen, von Mappus haben die Erwerbslosen in diesem Land nichts zu erwarten. Er gehört zu der Sorte stramm konservativer Männer, die auch niedrige Instinkte wecken, wenn es darum geht nicht die Armut sondern die Armen, nicht die Arbeitslosigkeit, sondern die Arbeitslosen zu bekämpfen. Die Linke hat das genau umgekehrte Ziel: Wir bekämpfen die Armut und nicht die Armen, die Arbeitslosigkeit und nicht die Arbeitslosen.<br><br>Liebe Genossinnen und Genossen,<br>nirgendwo versucht eine Landesregierung so penetrant den Eindruck von wirtschaftspolitischer Kompetenz zu vermitteln, wie in Baden-Württemberg. Und nirgendwo ähnelt dieser Eindruck so dem eines potemkinschen Dorfes, wie in Baden-Württemberg. Hinter der Fassade steht das pure Nichts. Beispiele gefällig: Noch-Ministerpräsident, Günter Oettinger, war oberste Aufsichtsperson der LBBW. Aufsicht erfordert eine gewisse kritische Distanz, zu denen, die man beaufsichtigt und kein Nachplappern der ewig gleichen wirtschaftlichen&nbsp; Ideologiegebilde der Bankmanager, um das dann als wirtschaftliche Kompetenz auszugeben. Wenn man selbst nichts vom Bankgeschäft versteht, so richtig verstehen es die meisten Bankmanager ja auch nicht, was sich hinter ihren phantasievollen Spekulationsprodukten eigentlich verborgen hatte, geschweige, welche Risiken sie beinhalteten, wenn man also nichts davon versteht, dann beauftragt man doch wenigstens Leute, die etwas davon verstehen. So waren dann alle reichlich überrascht, dass ihre stolze Landesbank plötzlich am Rande des Abgrundes stand, weil sie sich entgegen ihrem öffentlichen Auftrag auf den internationalen Spekulationsmärkten tummelte und prompt gestolpert ist. 5 Mrd. kostet das vorerst die Bürger/innen von Stuttgart, die Steuerzahler von Baden-Württemberg und die Kunden der Baden-Württembergischen Sparkassen. Die Rechnung zahlen wieder mal die anderen. Unnötigerweise übrigens, denn die Landesbank hätte sich ohne Probleme unter den Schutzschirm des Bundes stellen können. Der Preis dafür, dass man sich nicht in die Karten schauen lassen wollte scheint mir dann doch etwas zu hoch zu sein. <br><br>Ernst wird es auch für die Beschäftigten der LBBW, die ebenfalls nicht für die Krise ihrer Bank verantwortlich sind. Mindestens 2500 Beschäftigte sollen ihren Arbeitsplatz und damit ihre berufliche Existenz verlieren.&nbsp; Hunderte von Auszubildenden sollen nur befristet für 6 Monate übernommen werden. Auch das ist makaber: Die oberste Aufsichtsperson wird für ihr Versagen bei der Aufsicht nach Brüssel befördert, während die Beschäftigten mit ihrem Arbeitsplatz die Zeche bezahlen müssen. <br><br>wo war unsere so Mercedes verliebte Landesregierung als die Arbeiter bei Daimler in Sindelfingen gegen die Verlagerung der C-Klasse in die USA demonstrierte? Wo waren die S-Klasse Fahrer als das Daimler-Management kaltblütig entschieden hatte die einzige Automobil-Massenproduktion in Baden-Württemberg über den Ocean zu verfrachten? Nicht weil rote Zahlen geschrieben wurden, sondern weil die Produktion in Tuscaloosa höhere Profite verspricht. Tausende von Arbeitsplätzen, die dringend benötigt werden gehen verloren. Auch wenn die Belegschaft von Daimler Beschäftigungsgarantien durchsetzen konnte, die Arbeitsplätze sind für die Region, insbesondere für die Zulieferer verloren. Während der Noch-Ministerpräsident Oettinger und der Noch-Nicht-Ministerpräsident Mappus Verständnis für die Entscheidung des Daimler-Managements äußerten – wer hätte schon etwas anderes erwartet – stand die Linke mit ihrem Wahlkreisabgeordneten, Richard Pitterle, an der Seite der demonstrierenden und streikenden Arbeiter von Daimler in Sindelfingen. Genau da gehören wir hin. Nicht in die teuren Luxuslimosinen, sondern auf die Straße, an die Seite der Menschen, die um ihre Arbeitsplätze, um ihre Zukunft und die ihrer Kinder kämpfen. Die Menschen können sich darauf verlassen. Die Linke steht an ihrer Seite. Die Linke steht auf der Seite der Beschäftigten und nicht auf der Seite des Managements der Konzerne.<br><br>Besonders&nbsp; verheerend ist die Taten- und Hilflosigkeit der Landesregierung gegenüber dem drohenden Substanz- und Arbeitsplatzverlust in wesentlichen Bereichen der Baden-Württembergischen Industrie, insbesondere des Maschinenbaus, des Werkzeugmaschinenbaus und den Automobilzulieferfirmen. 25 % des weltweiten Werkzeugmaschinenbaus haben ihren Sitz in Baden-Württemberg. Viele dieser Betriebe sind existenziell gefährdet, weil sie mit Auftragsrückgängen von 30-40 % zu kämpfen haben. Die hohe Exportabhängigkeit, die von der neoliberalen Politik massiv befördert wurde, rächt sich jetzt. Nach dem in diesem Jahr bevorstehenden Auslaufen der Kurzarbeit befürchtet nicht nur die IGM Entlassungen und Massenentlassungen. Es ist geradezu lächerlich, dass dieses Problem durch Wachstumserwartungen von 1-2 % gelöst werden könnte. Gleichzeitig sind viele Betriebe in einer bedrohlichen Liquiditätsklemme.&nbsp; Die Banken, die sich bei der EZB mit einem Prozent refinanzieren verlangen Zinsen zwischen 9 und 13 %, wenn sie überhaupt Kredite geben. Diese Zinshöhe können die Betriebe in einer Krise niemals stemmen. Das ist ein unfassbarer Skandal. Durch die weltweiten Bankenhilfsprogramme in Billionenhöhe ist irrsinnig viel Geld im System, das wegen der Kriseneinbrüche nicht in der realen Wirtschaft landet. Schon wieder wird eine weltweite Spekulationsblase aufgebaut und die Hedgefonds, die gerade mal das Finanzsystem an den Rande des Abgrunds gebracht haben, lassen wegen hoher Gewinne schon wieder die Champagnerkorken knallen.<br><br>So bezahlen wir doppelt. Die Bevölkerung muss für hunderte von Milliarden an die Banken bürgen und die Beschäftigten bangen um ihre Arbeitsplätze weil ihre Betriebe nicht mit den nötigen Krediten versorgt werden. Eine Politik, die das zulässt, liebe Genossinnen und Genossen gehört schnellstens abgewählt und auf den Müllhaufen der Geschichte. 500 Mrd. Bankenhilfe wurden innerhalb einer Woche mobilisiert. Über ein Jahr später ist noch kein einziges Gesetz zur Regulierung, zum Verbot riskanter Spekulationsgeschäfte, zur Schließung von Steueroasen oder zur öffentlichen Kontrolle der Banken verabschiedet worden. Sie können gerade so weiter machen wie seither. <br><br>&nbsp;Völlig zu recht haben Tausende von Metallbeschäftigten, insbesondere aus dem Kreis Esslingen, vor der LBBW gegen diese Praktiken demonstriert.&nbsp; Auch hier hat die Linke bereits im Spätherbst einen klaren Vorschlag eingebracht. 5 Milliarden Soforthilfe in Form von zinsgünstigen Krediten und Bürgschaften. 5,6 % der industriellen Arbeitsplätze sind schon verloren.&nbsp; Auch der dringend notwendige ökologische Umbau der Baden-Württembergischen Wirtschaft&nbsp; ist mit dem Vertrauen auf die Selbstheilungskräfte des Marktes nicht zu bekommen. Wir rufen diese Landesregierung auf: Beenden Sie ihren Winterschlaf, bevor es zu spät ist. Auch wenn Sie Herr Mappus&nbsp; es kaum noch erwarten können endlich auf dem Ministerpräsidentensessel zu tronen.&nbsp; Die Arbeitsplätze der&nbsp; Menschen sind wichtiger als Posten und Ämter. <br><br>In einer Situation, in der in der privaten Wirtschaft massenhaft Arbeitsplätze vernichtet und Zukunftschancen der jungen Generation zerstört werden, ist es geradezu verheerend, wenn der öffentliche Bereich auch noch Arbeitsplätze abbaut. Aber was passiert: Geradezu reflexartig reagieren die Kommunen mit Haushaltssperren, Gebührenerhöhungen, Abbau von öffentlichen Dienstleistungen und Stellenstreichungen auf die zurückgehenden Einnahmen. Völlig zu Recht haben unsere kommunalen Mandatsträger einer Politik der Haushaltssanierung auf dem Rücken der Bevölkerung und des Personals nicht zugestimmt. Wir fordern ein Investitionsprogramm für die Kommunen von 5 Mrd. f<br><br>Wir brauchen mehr Geld für Bildung, Soziales und Ökologie und wir brauchen mehr Erzieher/innen, Lehrer/innen, Sozialarbeiter, Ärzte und Krankenpflegerinnen. Dafür steht die Linke in Baden-Württemberg. Wer jedoch wie sämtliche Parteien in Baden-Württemberg einer Steuerpolitik zugestimmt hat, die unter dem Motto privater Reichtum und öffentliche Armut jahrzehntelang&nbsp; an Reiche, Kapitalbesitzer und Vermögende Milliarden umverteilt hat, der braucht sich nicht wundern, wenn die Kommunen am Tropf hängen und nach und nach in die Verarmung getrieben werden.<br></p>]]></content:encoded>
                <category>Position</category><category>2. Landesparteitag</category>
                
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                <guid isPermaLink="false">news-481</guid>
                <pubDate>Sat, 23 Jan 2010 13:36:00 +0100</pubDate>
                <title>Grußworte von PCF und Parti de Gauche</title>
                <link>https://www.die-linke-bw.de/partei/parteitage/2-landesparteitag/3-tagung-2324012010/news/grussworte-von-pcf-und-parti-de-gauche/</link>
                
                <description>Grußworte unserer Partnerparteinen in Frankreich, der PCF und der Parti de Gauche.</description>
                <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Parti de Gauche Jean-Charles Vescovo</strong><br><br>Liebe Freundinnen und Freunde, Genossinnen und Genossen,<br>Dreizehen Monate seit eurem letzten Landesparteitag und unserem ersten Treffen sind vergangen. In dieser Zeit ist mein Deutsch leider nicht viel besser geworden und ich musste mir von deutschen und französischen Genossen helfen lassen. Dreizehen Monate wo sich unsere politischen und freundlichen Beziehungen über den Rhein sehr gut entwickelt haben.<br><br>Euch und der Partei DIE LINKE vielen Dank! Schlicht gesagt Ihr seid allmählich zum Vorbild geworden. Uns geht es vor allem darum, dass ihr den Bruch mit dem Kapitalismus und den faulen Kompromissen der Sozialdemokratie glaubhaft gemacht hat. Die Hoffnung auf einen möglichen Machtwechsel ist ermutigend und hilf uns bei unseren schweren Aufgaben der französischen Linken!&nbsp; Unsere Parti de Gauche wollen wir so gestalten, dass die verschiedenen historischen Strömungen vereinigen. Eine neue Linke weil es keine mehr gibt. Eine moderne Linke weil wir der neuesten Entwicklungen des wilden Kapitalismus in der ganzen Welt Rechnung tragen müssen.<br><br>So sind wir alle ob Sozialisten oder Kommunisten, ob Feministen, umweltbewusste Mitbürger oder Gewerkschafter, wir sind alle radikale Demokraten. Für uns ist Trennung von Staat und Kirche einer der höchsten Werte.<br>In den vergangenen dreizehn Monaten haben wir gemeinsam an vielen Demos teilgenommen, Wie beim Nato Gipfel in Straßburg gegen das AKW&nbsp; Fessenheim in Colmar. Oft haben wir uns getroffen um aktive Planung im Bereich der&nbsp; Ökologie&nbsp; zusammen zu arbeiten. Tagungsorte waren Freiburg, Kehl, Besancon und kürzlich in Belfort.<br><br>Gemeinsam haben wir auch den Wahlkampf der letzten Europawahl geführt, auch wenn unsererseits die Ergebnisse bescheiden blieben. Ihr wisst, es wohl, liebe Freunde es fällt uns schwer, eine linke Alternative anzubieten, die diese von Brüssel verbreitete Resignation sprengen könnte. Es ist unmöglich eine linksorientierte Regierungspolitik im heutigen Europäischen Rahmen zu betreiben. Die Ersten Erfolge der deutschen Linken sind für uns ein Ansporn, die neue Linke in Frankreich und womöglich in Europa zu gründen, um den faulen Kompromissen ein Ende zu bereiten. Es lebe der Sozialismus, in Deutschland, in Frankreich und der ganzen Welt. <br>Vielen Dank!<br><br><strong>PCF</strong><br><br>Liebe Genossen der Partei DIE LINKE,<br>die Kommunisten aus dem Elsass grüßen euch ganz herzlich. Europa steht vor den größten Herausforderungen seit Jahren! Die Völker beiderseits des Rheins brauchen nicht nur schnelle Reaktionen auf die Krise sondern auch dauerhafte und nachhaltige Lösungen. Es ist notwendig, dass die linken Kräfte sich vereinen und ihre Möglichkeiten bündeln und Alternativen zum herrschenden Kapitalismus aufzeigen können. Wir wünschen euch gutes Gelingen und einen guten Verlauf eures Landesparteitags. Es lebe die internationale Solidarität. <br>Es grüßt euch aus Straßburg, &nbsp;<br>Jean Baptist Metz<br>1. Sekretär der PCF Nordelsass</p>]]></content:encoded>
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