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            <title>Die Linke Baden-Württemberg: RSS-Feed</title>
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            <copyright>Die Linke Baden-Württemberg</copyright>
            
            <pubDate>Fri, 02 Oct 2026 00:18:28 +0200</pubDate>
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                <pubDate>Wed, 20 Jul 2011 16:03:00 +0200</pubDate>
                <title>Perspektiven der LINKEN in Baden-Württemberg</title>
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                <content:encoded><![CDATA[<p>Mit dem von uns nicht erwarteten Wahlergebnis bei den Landtagswahlen ist DIE LINKE Baden-Württemberg weitere fünf Jahre in der außerparlamentarischen Opposition. Wir wollen diese Zeit nutzen, unsere Partei weiter aufzubauen und unsere Politikfähigkeit in Baden-Württemberg zu verbessern. Dazu gehören in besonderem Maße der Ausbau unserer Basisorganisationen, der Kreisverbände und Ortsvereine, die Gewinnung neuer Mitglieder und deren Aktivierung, die Beteiligung an außerparlamentarischen Bewegungen und Initiativen, die Erhöhung unserer Kampagnenfähigkeit und das Durchsetzen eigener Themen.&nbsp; Die Landespartei will ihre in den letzten Jahren gewonnene landespolitische Handlungsfähigkeit und Kompetenz weiter entwickeln. Die inhaltliche und praktische Verknüpfung mit der Kommunalpolitik ist ein wichtiger Bestandteil dafür. Die Vertretung in zahlreichen Kommunalparlamenten bildet dafür eine gute Basis. Die politische Bildung und Qualifizierung unserer Mitglieder gehört ebenso zum Parteiaufbau wie die Weiterentwicklung der Jugendarbeit und die bessere Verankerung unter den Jugendlichen.
</p>
<p>Partei aufbauen – Politikfähigkeit verbessern<br><br>Mit der Abwahl von Schwarz-Gelb in Baden-Württemberg hat die neoliberal-konservativ geprägte Politik eine herbe Niederlage erlitten. Die alte Regierung, die auf Atomkraft, Stuttgart 21, Polizeieinsätze, Exportorientierung, Verschärfung der Ausbeutung durch Lohndumping und soziale Ausgrenzung setzte, wurde abgestraft. <br>Die Reformvorhaben von Grünen und SPD sind letztendlich daran zu messen, ob sie die Umverteilungspolitik von Unten nach Oben beenden und einen gegenläufigen Prozess einleiten. Wir werden den so genannten Green-New-Deal danach beurteilen, ob er ökologisch wirksam und sozial gerecht ist. Wir werden die Innenpolitik daran messen, ob die Einwanderungspolitik humanisiert wird und demokratische Freiheiten, gleiche Rechte und Teilhabe auch für die geringverdienenden Schichten der Bevölkerung erreicht wird. Wir sind linke Opposition außerhalb des Landtags und werden mit sozialen, ökologischen und demokratischen Bewegungen für Verbesserungen kämpfen und diese im Land unterstützen. Die Landespartei wird dabei ihr Selbstverständnis als eine den Kapitalismus ablehnende Kraft und Partei der sozialen Gerechtigkeit schärfen. Dies gilt auch gegenüber der neuen Landesregierung. Eine Aufweichung unserer programmatischen Kernpunkte lehnen wir ab.&nbsp; Wir halten daran fest, was wir in der Präambel unseres Landtagswahlprogramms formuliert haben: &nbsp;<br><br>„DIE LINKE in Baden Württemberg weiß, dass zur Verwirklichung dieser Ziele kapitalistisch bestimmte gesellschaftliche Strukturen und Verhältnisse überwunden werden müssen. Umso entschiedener kann sie aktuell für notwendige strukturverändernde Reformen eintreten und nicht nur für Maßnahmen, die die gegenwärtigen Verhältnisse zementieren. DIE LINKE ist eben nicht der Absicherung und Mehrung persönlichen Reichtums verpflichtet. Deshalb ist sie für eine grundsätzliche Änderung der staatlichen Einnahmen und Ausgaben, für eine stärkere Besteuerung von hohen Einkommen und Reichtum und für eine Umverteilung von oben nach unten. Das ist notwendig für diejenigen, die heute benachteiligt und ausgegrenzt sind und in Abhängigkeit leben und arbeiten müssen. Und es ist vernünftig – auch für diejenigen, denen es besser geht.“ <br><br>Landespolitik als ständige Aufgabe<br><br>Mit ihrem Landtagswahlprogamm hat DIE LINKE in Baden-Württemberg eine gute inhaltliche Grundlage für politisches Eingreifen, auch wenn wir nicht im Landtag vertreten sind. Der Landesverband hat ausführlich über die Gründe diskutiert, warum wir unser Wahlziel nicht erreicht haben. Wir haben auch eine kritische Bewertung unserer eigenen Defizite vorgenommen und eine lebendige Auseinandersetzung mit den neuen politischen Verhältnissen im Südwesten gesucht. Ein wesentliches Resultat dieser Diskussion ist: Wir stellen die Landespolitik nicht für fünf Jahre in den Schrank. Wir veranstalten keinen Rückzug in die Ecke von Bekenntnispolitik und ideologischer Debatten. Wir bearbeiten die zentralen Landesthemen weiter, verbessern unsere Kompetenz und Zusammenarbeit mit landesweiten Akteuren.&nbsp; Der neue Landesvorstand soll diese Arbeit mit Hilfe der Landesarbeitsgemeinschaften&nbsp; koordinieren und&nbsp; geeignete Strukturen schaffen. Ein erster Schritt dazu ist die Bildung eines „Büros Landespolitik“ als ständigem Arbeitsgremium mit Vertreter/innen des Landesvorstands, der Kreisverbände, des Jugendverbands, Spezialist/innen aus Landesarbeitsgemeinschaften und Regionalbüros. Etwas mehr „Spezialistentum“ ist notwendig, um die Landespolitik kritisch begleiten zu können und eigene alternative Konzepte zu entwickeln. Ziel ist es, uns fachlich qualifiziert mit landespolitischen Positionen zu beschäftigen, Beschlüsse von Parteigremien mit vorzubereiten,&nbsp; Kreisverbände zu unterstützen und so die Kampagnenfähigkeit auf Landesebene zu befördern. Wir wünschen uns und gehen davon aus, dass sich die Landesgruppe Baden-Württemberg der LINKEN im Bundestag an diesem Prozess beteiligt und den Themenaustausch zwischen Landespartei und Bundestagsfraktion fördert.<br>&nbsp;<br>Teil der sozialen Bewegungen<br><br>DIE LINKE lebt von einem engen Austausch mit Gewerkschaften und gewerkschaftlichen Initiativen,&nbsp; außerparlamentarischen Protestbewegungen, Erwerbsloseninitiativen, Bildungseinrichtungen, Umwelt- und Sozialverbänden. Dafür benennen wir zukünftig feste Verantwortlichkeiten, wie das z.B. im Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 bereits geschehen ist.<br>DIE LINKE ist Teil der Friedens- und antimilitaristischen Bewegung und lehnt die Kriege und Interventionen in Afghanistan, Libyen und anderswo ab. DIE LINKE ist gegen die Produktion von Rüstungsgütern und deren Exporte sowie gegen den Kooperationsvertrag zwischen Kultusministerium und Bundeswehr. DIE LINKE arbeitet aktiv in antifaschistischen und antirassistischen Bewegungen mit.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;<br>Soziale Fragen stehen für DIE LINKE weiter im Mittelpunkt. Der Umgang mit Menschen, die in Armut leben, Niedriglöhnen, Hartz IV, Leiharbeit und Kinderarmut ist kein Randthema, sondern prägend für die gesamte gesellschaftliche Entwicklung. In der Landespolitik bearbeiten wir gleichrangig die zentralen Themen Umwelt, Energie, Verkehr, Demokratie, Gleichstellung und Bildung. &nbsp;<br>Die Forderung nach einem „sozial-ökologischen Gesellschaftsvertrag“ eröffnet die Möglichkeit, Umweltfragen und die soziale Frage eng zu verknüpfen. Wir spielen die soziale Frage nicht gegen die Umwelt, Stuttgart 21 oder mehr direkte Demokratie aus, sondern stehen in den unterschiedlichen Bewegungen für einen „roten Faden“. Das verdeutlicht unsere Kritik an einem stark auf Profitmaximierung basierenden Modell des „Green New Deal“.<br><br>Fachkonferenz zum Thema Atomausstieg und Energieversorgung <br><br>Ein wichtiger Schritt ist eine Fachtagung im Herbst 2011 zum Themenbereich „Atomausstieg, EnBW und die öffentliche Kontrolle der Energiewirtschaft“. Der völlige Ausstieg aus der Atomenergie ist als gesellschaftlicher Konsens erst gesichert, wenn er gesetzlich verankert und unumkehrbar gemacht wird. Sozialökologischer Umbau ist nur dann gewährleistet, wenn die Kosten des Umstiegs auf regenerative Energien nicht zu Lasten der Verbraucherhaushalte anfallen und die Wertschöpfung nicht einseitig zu Gunsten der Energiekonzerne organisiert sowie Versorgungssicherheit für alle Haushalte gewährleistet wird. Dieses Thema ist aus kommunalpolitischer und landespolitischer Sicht wichtig, Stichwort „Rekommunalisierung und Stadtwerke“. Dabei ist generell das Augenmerk darauf zu richten, Energie nicht mehr als Ware zu betrachten, sondern stattdessen grundlegende Energiedienstleistungen anzubieten. &nbsp;<br>Bedarf aus den Kreisverbänden wurde weiter angemeldet bei den Themen Kommunalfinanzen,&nbsp; öffentliche Unternehmensstrukturen bei der Daseinsvorsorge, Kita-Versorgung, gebührenfreie Bildung, Schulpolitik, Verkehr und Stuttgart 21, Kultur, Wohnen, Hochschulen, Klinik-Gesundheitsversorgung, Behindertenpolitik, ländlicher Raum, Bundeswehr und Schule sowie direkter Demokratie. Auch zu weiteren landespolitisch wichtigen Themen wollen wir Veranstaltungen anbieten. &nbsp;<br>&nbsp;<br>Kommunales Engagement als „Politik von unten“<br><br>Kommunale Politik ist der Grundstock für eine erfolgreiche Landespolitik. Städte und Gemeinden gehören uns allen. Selbstorganisation und soziokulturelles Engagement von Bürgerinnen und Bürgern in Vereinen oder politischen Zusammenhängen findet meist direkt vor Ort statt. Wenn wir uns weiter verankern wollen, brauchen wir eine Art&nbsp; „zweite Aufbauphase“ der Landespartei, bei der die persönlichen Beziehungen und Bindungen vieler unserer Mitglieder stärker eingesetzt und aktiviert werden können. Kommunale Politik ist mehr als Arbeit in den Gremien der Kommunalparlamente.&nbsp; Linke Politik wirkt dort, wo Linke aktiv sind und zum Mitmachen einladen. &nbsp;<br>Zwei Drittel der öffentlichen Ausgaben laufen über die Haushalte von Kreisen, Städten und Gemeinden. Die Kommunen sind auch in Zeiten eines konjunkturellen Aufschwungs strukturell unterfinanziert. Sie können notwendige öffentliche Aufgaben nicht mehr ausreichend erfüllen und Investitionsstaus auflösen. Der Zunahme privaten Reichtums steht die Verarmung öffentlicher Einrichtungen entgegen. In den letzten drei Jahrzehnten wurden viele Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge privatisiert. Öffentliche Verwaltungen wurden einem Sparregime von Beraterfirmen unterworfen. DIE LINKE will, dass die Kommunen wieder handlungsfähig werden. Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, Wasser- und Energieversorgung, Abfallwirtschaft, öffentlicher Verkehr und Wohnungsbau müssen dem Primat der Kapitalverwertung entzogen werden.&nbsp; Die Förderung von öffentlichen&nbsp; und genossenschaftlichen Eigentumsformen vor Ort und demokratische Kontrolle darüber sind Markenzeichen unserer Partei. &nbsp;<br>Wir haben als LINKE in Baden-Württemberg bislang 70 Mandate in Regional-, Kreis- und Gemeinderäten, zudem Ortsbeiräte in einigen Städten, in denen wir über Fraktionen verfügen.&nbsp; Das sind meist ehrenamtlich tätige Mitglieder, die sehr viel beitragen zur Verankerung der LINKEN in der Bevölkerung und in sozialen Netzwerken. Aus dem Ergebnis der Landtagswahl wissen wir: Wer in Baden-Württemberg landespolitisch ernst genommen werden will, muss kommunal verankert sein.&nbsp; Nicht erst bei der nächsten Kommunalwahl im Jahr 2014, sondern jetzt müssen wir Ideen entwickeln und Angebote schaffen, um uns breiter zu öffnen für kommunalpolitisch Interessierte und Aktive aus sozialen Zusammenhängen und Initiativen. &nbsp;<br>Wir streben eine landesweite Kampagne an, den Kindertagesstätten-Besuch gebührenfrei zu stellen. Diese Forderung können wir zusammen mit Erzieher/innen, Gewerkschaften, Vertreter/innen der Kommunen, vielleicht auch mit der einen oder anderen Bürgermeister/in&nbsp; breit vertreten.<br>&nbsp;&nbsp; &nbsp;<br>Forum Linke Kommunalpolitik nutzen<br><br>Mit den meisten der landespolitisch zentralen Themen sind wir auch in den Kommunalparlamenten direkt konfrontiert. Entsprechende politische Initiativen bieten sich an. DIE LINKE unterstützt das „Forum Linke Kommunalpolitik“ und&nbsp; dessen weiteren regionalen Aufbau. DIE LINKE wirbt für die Bildungs- und Fortbildungsangebote des Forums zu wichtigen kommunalpolitischen Themen und nutzt dieses Angebot zum Austausch mit Kommunalpolitikern. DIE LINKE in Baden-Württemberg unterstützt zudem die bundesweite Koordination kommunalpolitischer Initiativen der LINKEN. &nbsp;<br>&nbsp;<br>Werbekampagne für neue Mitglieder<br><br>Die Aktiven haben im Landtagswahlkampf die durchgängige Erfahrung gemacht, dass die gute Resonanz für&nbsp; DIE LINKE&nbsp; weit größer war als dies in den 2,8 % am Wahlabend zum Ausdruck kam. Daran werden wir bei der Mitgliederwerbung anknüpfen: „Wer eine linke Partei will, sollte auch etwas dazu beitragen.“&nbsp; Deshalb wird der Landesverband eine Mitgliederwerbekampagne starten, bei der wir engagierte Menschen und Interessierte direkt ansprechen, ob sie sich als Mitglied an Aktivitäten oder Projekten der LINKEN beteiligen möchten. Für eine Werbekampagne braucht es Werbematerialien und ansprechende Gelegenheiten, wo Interessierte oder Neumitglieder gute neue Erfahrungen machen und&nbsp; Leute kennenlernen, mit denen sie gemeinsam etwas anpacken können. Mit einem oder mehreren Teams soll die Kampagne in den Kreisverbänden unterstützt werden. <br>Besondere Fähigkeiten und Interesse an Einzelthemen wie Ökologie, Antifaschismus oder Gesundheitswesen müssen auf Landesebene und auf Kreisebene durchlässiger und direkter aufgegriffen werden können, u.a. über direkte Vernetzung oder Arbeitsgemeinschaften. <br>Das gilt auch für zeitlich begrenzte Ad-hoc-Foren, die zu Einzelaktionen oder zu wichtigen landesweiten Demonstrationen (z.B. Anti-Atomdemos) oder Themen (wie z.B. Stuttgart 21) eingerichtet werden, speziell für Interessierte im linken Umfeld.&nbsp; Thematische Foren, in denen solidarische Kommunikation gepflegt und gelernt wird, sind gezielt einzurichten. Ziel ist, dass DIE LINKE mehr als Mitmach- und Mitgliederpartei aktiv wird.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;<br>&nbsp;&nbsp; &nbsp;<br>Kreis- und Ortsverbände stärken<br><br>Im Wahlkampf haben sich viele Mitglieder bis an die Grenzen ihrer Kräfte engagiert. Ziel ist es, die Aktivitäten der Partei auf mehr Schultern zu verteilen, mehr Mitglieder und neue Interessierte in die Arbeit der Orts- und Kreisverbände einzubeziehen, Verantwortlichkeiten zu schärfen und die Ausbildung dafür dort einzusetzen, wo sie gebraucht wird: in den Kreisverbänden. Vorstände und Mitglieder sollen sich dafür in Kursen weiterbilden können. Neumitglieder sollen die Gelegenheit erhalten, sich mit Grundsatzprogramm und den demokratischen Regeln in der Partei vertraut zu machen. Das soll mithelfen, dass politische und private Differenzen solidarisch ausgetragen werden und die Parteiarbeit nicht lahm legen. Die politische Kultur bei Zusammenkünften und unsere Öffentlichkeitsarbeit müssen verbessert werden. Wie erreichen wir es, dass Mitgliederversammlungen ergebnisorientiert ablaufen und zur Mitarbeit anregen? Wie schaffen wir Freiräume für interessante inhaltliche Diskussionen? Welche Sprache pflegen wir bei öffentlichen Auftritten? Bei welchen Gelegenheiten werben wir offen um Mitglieder und wo ist der geeignete Ort dafür?&nbsp; &nbsp;<br>Die Bildung neuer Ortsgruppen ist notwendig, damit sich die Mitglieder wohnortnah in die Parteiarbeit einbringen können. Das kleinräumige Auftreten der Partei nach außen wird durch die Existenz von Ortsgruppen leichter. &nbsp;<br>Wir wollen keine Partei sein, in denen Frauen und Jugendliche als „Minderheiten“ wahrgenommen werden. Deshalb brauchen wir für diese Zielgruppen Angebote mit eigenem Zuschnitt. Mit den Frauenstrukturen in der Partei und dem Jugendverband sollen diese Angebote weiter entwickelt und umgesetzt werden. Das soll auf Landes- und Kreisebene zur&nbsp; Querschnittsaufgabe werden.<br>&nbsp; &nbsp;<br>Politische Bildung verbessern und Programmdebatte nutzen<br><br>Im Auftrag des Landesvorstandes arbeitet eine „Vorbereitungsgruppe Qualifizierung unserer&nbsp; Mitglieder“ (VQM) an regionalen Bildungsangeboten, die in Absprache mit den Kreisverbänden organisiert werden. Dabei geht es um Themenstellungen, die sich mit Herkunft, Programmatik, Selbstverständnis und zentralen Politikfeldern der LINKEN beschäftigen. Die Diskussion über das neue Parteiprogramm bis zum Bundesparteitag im Oktober 2011 schafft zusätzlich die Gelegenheit, die programmatischen Grundlagen unserer Partei öffentlich vorzustellen und zu diskutieren, was wir unter demokratischem Sozialismus verstehen. Der neue Landesvorstand wird dazu Verantwortliche benennen und nach der Sommerpause die ersten weiteren Veranstaltungen anbieten. Die Zusammenarbeit mit der Kommission Politische Bildung in Berlin soll gestärkt werden.&nbsp;&nbsp; &nbsp;<br><br></p>]]></content:encoded>
                <category>Beschluss</category><category>3. Landesparteitag</category>
                
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                <pubDate>Wed, 20 Jul 2011 15:24:00 +0200</pubDate>
                <title>Sechs Prüfsteine für einen wirklichen Politikwechsel in Baden-Württemberg</title>
                <link>https://www.die-linke-bw.de/partei/parteitage/3-landesparteitag/1-tagung-161772011/news/sechs-pruefsteine-fuer-einen-wirklichen-politikwechsel-in-baden-wuerttemberg/</link>
                
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                <content:encoded><![CDATA[<p>Schwarz-Gelb ist abgewählt. Mit dem Slogan „Der Wechsel beginnt“ hat  die neue Landesregierung aus Grünen und SPD ihren Koalitionsvertrag  überschrieben. Er enthält einerseits positive Ansätze, deren  tatsächliche Umsetzung die LINKE aufmerksam verfolgen und ggf.  öffentlich anmahnen wird. Andererseits hält der Koalitionsvertrag aber  auch in vielen Punkten nicht, was Grüne und SPD den Menschen vor der  Wahl versprochen haben.
</p>
<p>Die neue Regierung versichert: „Dieser  Koalitionsvertrag ist nicht der Abschluss, er ist der Beginn eines  echten Wechsels. … Er kann und will aber ausdrücklich um weitere Ideen  und Konzepte ergänzt werden. Eine neue politische Kultur des Dialogs und  der Offenheit für Vorschläge, unabhängig davon wer sie macht, wird mit  uns in Baden-Württemberg Einzug halten. Wir laden alle in unserer  Gesellschaft ein, mit uns gemeinsam am Baden-Württemberg der Zukunft zu  arbeiten … Diese Einladung gilt auch den Parteien und Fraktionen im Land  und all jenen, die diesem Wechsel noch skeptisch gegenüber stehen.“  (Koalitionsvertrag, S. 2) 
</p>
<p>DIE LINKE nimmt diese „Einladung“ gerne  an. Wir werden die konkrete Politik der Landesregierung mit  konstruktiven Vorschlägen kritisch begleiten. Als außerparlamentarische  linke Oppositionspartei geht es uns darum, dass der angekündigte  „Politikwechsel“ kein leeres Versprechen bleibt. Im Bündnis mit den  Gewerkschaften und sozialen Bewegungen drängen wir auf einen wirklichen  Politikwechsel hin zu einer sozialen, ökologischen und demokratischen  Politik.
</p>
<p>Was heißt das konkret? Als Beispiele formulieren wir  sechs Prüfsteine für einen wirklichen Politikwechsel. Die dazu  ausgewählten Themenfelder sind nur ein kleiner Ausschnitt unseres  landespolitischen Programms, weil wir anhand nur weniger Beispiele  illustrieren wollen, worauf es uns ankommt. Andere Themenfelder sind für  uns nicht weniger bedeutsam, wir verweisen dazu auf unser  Landeswahlprogramm.
</p>
<p><strong>I. Prüfstein: Die soziale Frage ernst nehmen</strong>
</p>
<p>Auch  im reichen Baden-Württemberg hat die Umverteilung von unten nach oben  zu einer Spaltung der Gesellschaft geführt. Arbeitslosigkeit,  Kinderarmut, prekäre Arbeitsverhältnisse – aber auch wachsender Reichtum  auf der anderen Seite – sind gesellschaftlicher Alltag. Der viel  gepriesene „Aufschwung“ kommt bei den meisten Menschen einfach nicht an.
</p>
<p>Die LINKE will:<br><br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Bessere Förderung für Kinder aus Familien mit geringem Einkommen;<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Gebührenfreie Bildung von der Kita bis zur Uni;<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Abschaffung prekärer Arbeitsverhältnisse;<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Abschaffung von befristeten Arbeitsverhältnissen ohne sachlichen Grund und Übernahme in ein festes Arbeitsverhältnis;<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Verbot der Leiharbeit;<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Abschaffung der 1-Euro-Jobs; <br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;bezahlbarer Wohnraum für alle;<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Einführung eines Tariftreuegesetzes und eines gesetzlichen flächendeckenden Mindestlohns von zehn Euro;<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Arbeitszeitverkürzung im Öffentlichen Dienst auf 35 Stunden pro Woche;<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Sozialtickets für kostengünstigen Nahverkehr als erster Schritt zu einem kostenlosen ÖPNV.<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Gleicher Lohn und gleiche Sozialleistung für gleiche Arbeit.<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;<br>Die  Koalition aus Grünen und SPD wird sich an diesen Forderungen messen  lassen müssen. Ein Fortschritt ist, dass im Koalitionsvertrag ein  Tariftreuegesetz angekündigt ist. Das bedeutet, dass öffentliche  Aufträge nur an Firmen vergeben werden dürfen, die geltende  Tarifverträge einhalten – zumindest aber einen Mindestlohn von zehn Euro  zahlen.
</p>
<p>Wir werden aufmerksam verfolgen, wie die im  Koalitionsvertrag angekündigte bundesweite Initiative, Befristungen ohne  sachlichen Grund aus dem Befristungs- und Teilzeitgesetz zu streichen,  von der Landesregierung umgesetzt wird und ob sie wenigstens im Land  selbst auf Leiharbeit verzichtet und unbefristet einstellt.
</p>
<p>Wir  werden einen wachsamen Blick auf die Entwicklung des sozialen  Wohnungsbaus haben. Die EU-Kommission hat der Landesbank  Baden-Württemberg aufgetragen, ihre vielen tausend Wohnungen zum  Höchstpreis zu verkaufen. Das muss verhindert werden. Die Wohnungen  müssen in öffentlicher Hand verbleiben, bei sozial vertretbaren Mieten.  Die Landesregierung soll mit Mitteln der Landesstiftung eine  Auffanggesellschaft für die insgesamt 24.000 Wohnungen schaffen und  danach mit den betroffenen Gemeinden verhandeln, ob sie die Wohnungen  übernehmen können oder eine sozial engagierte Wohnbaugesellschaft haben,  die die Wohnungen übernehmen kann. 
</p>
<p>Ein wirklicher Skandal im  Koalitionsvertrag ist der Verzicht auf gebührenfreie Kitas, obwohl die  Freistellung für das dritte Kindergartenjahr von der SPD im Wahlkampf  versprochen wurde. Die Gebühren sollen nun lediglich „sozial gestaffelt“  werden – wir sind gespannt wie.
</p>
<p>Von der neuen Landesregierung  fordern wir, dass sie eine Bundesratsinitiative startet, um die seit  1996 gestrichene Vermögenssteuer endlich wieder einzuführen. Die LINKE  will eine Besteuerung von großen Vermögen über einer Million Euro. Diese  Vermögenssteuer käme dann allein den Ländern zugute. In  Baden-Württemberg würde es Mehreinnahmen zwischen 8 und 10 Milliarden  Euro bedeuten. Damit könnten die Kinderbetreuung, Ganztagsschulen und  vieles mehr finanziert werden.
</p>
<p>II. Prüfstein: Bildung für alle
</p>
<p>In  keinem anderen Industrieland entscheidet die soziale Herkunft so stark  über den Bildungserfolg wie in Deutschland. Die abgewählte schwarz-gelbe  Regierung in Stuttgart verschärfte die Auslese durch ein mehrgliedriges  Schulsystem, durch das achtjährige Gymnasium mit seinem Turbo-Abitur,  durch Schulschließungen (Werkrealschulen) und durch fehlende Plätze an  beruflichen Gymnasien und Berufskollegs. Auch bei der Förderung und  Integration von Migrantenkindern liegt Baden-Württemberg bundesweit  hinten.
</p>
<p>Eine grundlegende Bildungsreform geht aus vom Grundsatz  „Die Schulen sind für die Kinder da und nicht umgekehrt“. Jedes Kind –  unabhängig von seiner Herkunft, unabhängig von einer Behinderung – hat  das Recht auf eine individuelle Förderung. Deshalb muss eine Schulreform  das Prinzip individueller Lernpläne ins Zentrum stellen, um alle Kinder  in ihren unterschiedlichen Anlagen bestmöglich zu fördern. Bildung  fängt spielerisch in den Kitas an und muss von der Kita bis zur Uni  gebührenfrei sein. Da Kinder am besten in Gemeinschaft und voneinander  lernen, tritt die LINKE für wohnortnahe, inklusive Gemeinschaftsschulen  bis zur 10. Klasse mit dem Realschulabschluss als Regel ein. Kein Kind  darf verloren gehen! Deshalb will die LINKE die Zahl der Ganztagsschulen  mit einem gesunden Mittagessen und zusätzlichen Lernangeboten stark  erhöhen.
</p>
<p>Politikwechsel in der Bildung heißt für uns:<br><br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Abschaffung aller Studiengebühren;<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;die deutlich bessere finanzielle Ausstattung der Hochschulen;<br>-&nbsp;&nbsp;  &nbsp;Abschaffung aller Zulassungsbeschränkungen an den Hochschulen – der  Master muss Regelabschluss an allen Hochschulen werden und es muss einen  Rechtsanspruch auf einen Master-Studienplatz geben;<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Einführung einer Zivilklausel an allen Hochschulen in Baden-Württemberg;<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;die Kooperationsvereinbarung zwischen Bundeswehr und Kultusministerium muss sofort aufgehoben werden;<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Rücknahme der Schulzeitverkürzung an den Gymnasien („G8“);<br>-&nbsp;&nbsp;  &nbsp;Senkung des Klassenteilers und mehr Lehrerstellen, um den hohen  Stundenausfall besonders an beruflichen Schulen sofort zu beseitigen und  Lernende besser zu fördern.<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Schluss mit Schulschließungen durch  Werkrealschulen, denn durch Gemeinschaftsschulen können auch bei  Schülerrückgang 70 Prozent der Schulen im Land erhalten werden.<br>-&nbsp;&nbsp;  &nbsp;Die Landesregierung muss gewährleisten, dass es Eltern von Kindern mit  Behinderungen ermöglicht wird, einen Integrationsassistenten bezahlt zu  bekommen. Die Landesregierung muss dafür sorgen, dass den Trägern, die  über die Stundenzahl der Assistenz zu entscheiden haben, ausreichende  Mittel zur Verfügung gestellt werden;<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Gebührenfreiheit von der  Kita an, um soziale Herkunft und Bildungserfolg voneinander zu trennen  und um die Förderung, Integration und Inklusion frühestmöglich zu  beginnen.<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Eine Bildungsreform kann nur von unten her, im  demokratischen Prozess aller Beteiligten – der Lernenden, Lehrenden und  Eltern – entstehen. Dies muss die Landesregierung fördern.<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Die  neue Landesregierung muss nicht nur die notwendigen Gelder  bereitstellen. Sie muss auch Weichen in der gemeinsamen Ausbildung für  Lehrende an Gemeinschaftsschulen stellen, und für eine bessere  Qualifikation von Erziehenden in den Kitas.<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Die Landesregierung  muss dafür sorgen, dass alle Jugendlichen, die eine Ausbildung beginnen  möchten, auch einen Ausbildungsplatz finden. <br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Baden-Württemberg  braucht für den Bildungsbereich einen Landesentwicklungsplan, um eine  weitere Zersplitterung des Bildungssystems durch immer neue  Modellschulen zu verhindern und allen Lernenden flächendeckend  einheitliche und vergleichbare Abschlüsse mit gemeinsamen Standards zu  garantieren. Die neuen Bildungsräte auf Gemeinde-, Kreis- und  Landesebene werden darüber ebenso wachen wie über die Verwirklichung des  Rechts auf den Besuch einer wohnortnahen Gemeinschaftsschule als  Ganztagsschule innerhalb von vier Jahren, die einen schnellen Ausstieg  aus den Hauptschulen ermöglicht.
</p>
<p>III. Prüfstein: Atomausstieg bis spätestens 2014 und Umbau der EnBW<br><br>Energiebereitstellung  ist ein Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Sie muss am Nutzen für  die Gesellschaft und an den Anforderungen der privaten und öffentlichen  Verbraucher/innen ausgerichtet sein. Sie darf nicht vom Interesse von  Energiekonzernen bestimmt sein, möglichst viel Strom mit maximalem  Profit zu produzieren. Die Gesellschaft und die Bevölkerung brauchen  nicht möglichst viel Strom, sondern sie brauchen gutes und gesichertes  Wohnen, Arbeit, Mobilität und gutes Leben. Dazu gehört auch  Energiebereitstellung, aber auch und gerade sparsame, ökologische und  umweltverträgliche Nutzung der natürlichen Ressourcen. Kommunen und  Regionalverbände als entscheidende Leistungserbringer der  Daseinsvorsorge dürfen nicht einfach Durchleitungseinrichtungen für  Konzernstrom und Wegebereitsteller für Automobilverkehr sein, sondern  sie sind Dienstleister für die Lebens- und Arbeitsanforderungen der  Bevölkerung. Nach den Kernkraftwerkskatastrophen in Japan ist zudem das  Bewusstsein gewachsen, dass Atomenergie technisch nicht beherrschbar und  eine unverantwortliche Zerstörung der Natur und der Lebensbedingungen  auf Jahrtausende bedeutet. Ebenso müssen auch die begrenzten und im  Verbrauch umweltschädlichen fossilen Energien durch erneuerbare Energien  ersetzt werden. <br>Alle diese Anforderungen an die Daseinsvorsorge  Energiebereitstellung erfordern eine öffentliche, parlamentarische,  sowie direkte und demokratische Kontrolle und Steuerung. Sie erfordern  Steuerung, Einflussnahme und demokratische Kontrolle vor Ort, in den  Kommunen. Dazu müssen die kommunale Selbstverwaltung und die kommunale  Wirtschaft gestärkt werden.
</p>
<p>Leider findet sich im  Koalitionsvertrag nicht nur wenig, sondern gar nichts Substanzielles zu  den politischen Organisations- und Gestaltungsaufgaben und zur  Neuausrichtung der Geschäftspolitik der EnBW und deren demokratischer  Kontrolle.
</p>
<p>Die LINKE im Bundestag hat ein Ausstiegskonzept „Wann,  wenn nicht jetzt – raus aus der Atomkraft und rein in eine erneuerbare  und demokratisierte Energieversorgung“ vorgelegt.&nbsp; Konkretisiert für  Baden-Württemberg heißt das: Forcierung des Ausbaus von regenerativen  Energieformen, Dezentralisierung, Ausbau von Stadtwerken und deren  demokratischer Kontrolle sowie ein Energieeinsparprogramm. Dazu ist ein  Umbau der EnBW dringend erforderlich: <br><br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Die LINKE  Baden-Württemberg fordert die Entwicklung eines neuen Organisiations-  und Geschäftsmodells für die EnBW. Die EnBW muss zu einem regional  orientierten, in Arbeitsteilung mit den Stadtwerken arbeitenden  Energiedienstleister umgebaut werden. Kernenergieproduktion ist durch  erneuerbare Energien zu ersetzen: Wir wollen die Abschaltung aller  Atomkraftwerke in Baden-Württemberg noch in dieser Legislaturperiode. <br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Eine Neustrukturierung der EnBW muss mit Rekommunalisierungsmaßnahmen verbunden werden. <br>-&nbsp;&nbsp;  &nbsp;Freiwerdende finanzielle Mittel durch Umstrukturierungen müssen für  Investitionen in regionale erneuerbare Energien verwendet werden.<br>-&nbsp;&nbsp;  &nbsp;Die heutige Rechtsform der EnBW als AG ist unter Berücksichtigung  ihrer Aufgaben als öffentliches Unternehmen in Frage zu stellen. Es ist  zu prüfen, inwiefern bestehende Rechtsformen wie gemeinnützige GmbH  (gGmbH), Genossenschaft oder Anstalt des öffentlichen Rechts besser für  die Aufgaben als öffentliches Unternehmen geeignet sind. Generell ist –  wie von der LINKEN vorgeschlagen – die Entwicklung einer neuen  Rechtsform des „politischen Unternehmens“ zu prüfen.<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Der Umbau  der EnBW erfordert einen Plan zur Sicherung der Arbeitsplätze der mehr  als 20.000 Beschäftigten der EnBW, ihrer Tarifverträge und  Arbeitsbedingungen.<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Um die anstehenden Herausforderungen zu  bewältigen und die öffentliche Kontrolle der EnBW zu verbessern sollte  ein Kontrollgremium gebildet und unternehmensrechtlich verankert werden,  in dem neben Vertreter/innen der Kommunen auch solche der  Gewerkschaften, von umweltpolitischen Organisationen und  Verbraucherverbänden beteiligt sind.<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Die Landesregierung ist  gefordert, im Landtag und gegenüber der Öffentlichkeit in regelmäßigen  Abständen über den Fortgang des EnBW-Umbaus zu berichten.
</p>
<p>IV. Prüfstein:&nbsp; Konsequent für mehr direkte Demokratie
</p>
<p>Die  neue Landesregierung will „Baden-Württemberg zum Musterland  demokratischer Beteiligung machen“. Dazu sollen „alle Formen der  Bürgerbeteiligung“ ausgebaut werden. Dieses Ziel verdient Unterstützung.  Wir vermissen dazu im Koalitionsvertrag allerdings wesentliche Punkte:<br><br>-&nbsp;&nbsp;  &nbsp;Bei Bürgerbegehren ist die im Koalitionsvertrag versprochene Absenkung  der Unterschriftsquoren zwar richtig, aber unzureichend. Die meisten  Bürgerbegehren scheitern an bürokratischen Hürden wie angeblicher  Verfristung, angeblich mangelhaftem Kostendeckungsvorschlag und dem  thematischen Ausschluss insbesondere der Bauleitplanung. Hier fordern  wir von der Landesregierung, sich Bayern als Vorbild zu nehmen: Dort  gibt es keine Fristsetzung für die Unterschriftensammlung, ein  Kostendeckungsvorschlag ist nicht erforderlich und Bürgerentscheide auch  zu Themen der Bauleitplanung sind jederzeit möglich. &nbsp;<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Auf der  Landesebene will die Koalition aus Grünen und SPD die Möglichkeit von  Volksinitiativen einführen: Durch 10.000 Unterschriften soll der Landtag  verpflichtet werden können, sich mit einem Anliegen zu befassen. DIE  LINKE begrüßt diesen Schritt, für den allerdings eine  Verfassungsänderung notwendig ist. Aber warum soll diese Möglichkeit  nicht auch auf der kommunalen Ebene gegenüber Gemeinderäten und  Kreistagen in einer praktikablen Weise als „Einwohneranträge“ eingeführt  werden? DIE LINKE hatte dies in ihrem Wahlprogramm gefordert, im  Koalitionsvertrag findet sich dazu nichts. Das würde keine  Verfassungsänderung erfordern. &nbsp;<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Die neue Regierung will – wie  in anderen Bundesländern schon längst geschehen – endlich auch in  Baden-Württemberg die Direktwahl der Landrät/innen einführen, sowie auch  die Direktwahl von Regionalräten in Regionalverbänden. DIE LINKE  schlägt vor, dies noch durch die Direktwahl der Bezirksbeiräte für die  Stadtteile in den größeren Städten zu ergänzen.<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;In vielen  anderen Bundesländern können Bürgermeister/innen durch einen  Bürgerentscheid vorzeitig abgewählt werden, wenn die Bevölkerung mit  ihrer Arbeit nicht mehr zufrieden ist. In einem „Musterland der  Demokratie“ sollte eine solche Möglichkeit selbstverständlich sein.&nbsp; Im  Koalitionsvertrag wurde es leider vergessen. Es ist auch unverständlich,  warum dort keine Reduzierung der im bundesweiten Vergleich in  Baden-Württemberg überlangen Amtszeit von Bürgermeister/innen (8 Jahre)  vorgesehen ist. <br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Das Wahlrecht soll laut Koalitionsvertrag ab  dem 16. Lebensjahr gelten – aber nur bei Kommunalwahlen. Es ist  unverständlich, warum diese Absenkung des Wahlalters bei Landtagswahlen  nicht gelten soll, obwohl dies rechtlich möglich und z.B. im Bundesland  Bremen auch schon praktiziert wird. Wir fordern das aktive Wahlrecht ab  16. &nbsp;<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Vergessen wurde im Koalitionsvertrag auch, die Gemeinden  dazu zu verpflichten, mindestens einmal jährlich eine Bürgerversammlung  durchzuführen. Bislang ist dies in Baden-Württemberg freiwillig (etwa im  Unterschied zu Bayern), weshalb sich die meisten  baden-württembergischen Gemeinden davor drücken, durch  Bürgerversammlungen die Bevölkerung über aktuelle Entwicklungen in der  Gemeinde regelmäßig zu informieren.<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;DIE LINKE fordert ein  fortschrittliches Versammlungsgesetz, das Protest nicht behindert.  Sitzblockaden, Streikposten und Spontandemonstrationen müssen hierbei  ohne Einschränkungen gewährleistet werden.
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<p>V. Prüfstein: Oben bleiben -&nbsp; „Stuttgart 21“ verhindern
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<p>Die  neue Landesregierung macht jetzt „Kassensturz“, prüft also, wie viel  Geld vorhanden ist und wofür es ausgegeben werden soll. Nicht in Frage  gestellt werden von Grünen und SPD die von der Mappus-Regierung  zugesagten ca. 1,7 Milliarden Euro Steuergelder für die  Hochgeschwindigkeitsstrecke und das Milliardengrab Stuttgart 21.
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<p>Der  Koalitionsvertrag akzeptiert den in der Geißler-Schlichtung  vorgesehenen Stresstest: der neue Bahnhof muss in Hochbelastungszeiten  30 % mehr Leistung erbringen und darf nicht mehr als 4,5 Milliarden Euro  kosten, andernfalls beteiligt sich das Land nicht an den Mehrkosten.  Sollte der „Stresstest“ die Deutsche Bahn nicht zur Aufgabe des Projekts  bewegen, soll eine Volksabstimmung nach § 60 Abs. 3 der  Landesverfassung durchgeführt werden. Nach der geltenden Verfassung ist  die Volksabstimmung allerdings nicht rechtskräftig, wenn nicht  mindestens ein Drittel aller Wahlberechtigten für den Ausstieg aus  „Stuttgart 21“ stimmt. Das bedeutet, dass sich bei knappen  Mehrheitsverhältnissen bis zu zwei Drittel der Wahlberechtigten an der  Volksabstimmung beteiligen müssten. Ein solches Quorum ist in den  Landesverfassungen anderer Bundesländer kaum anzutreffen und wurde in  der Geschichte Baden-Württembergs auch noch niemals erreicht. Deshalb  haben beide Koalitionsparteien vor der Wahl auch eine Abschaffung des  Quorums gefordert, also eine Verfassungsänderung. Die ist aber aufgrund  der Blockadehaltung der CDU vorerst nicht durchsetzbar. Weil die  Volksabstimmung wegen des zu hohen Quorums voraussichtlich nicht  rechtskräftig sein wird, droht ein Demokratie-Desaster.
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<p>Die LINKE  in Baden-Württemberg ist ein aktives Mitglied im Aktionsbündnis gegen  „Stuttgart 21“. Wir werden den Widerstand gegen dieses unsinnige  Großprojekt weiterhin unterstützen und fordern von der Landesregierung: <br><br>-&nbsp;&nbsp;  &nbsp;Nach wie vor fordert die LINKE eine Volksbefragung der Bevölkerung in  der Region Stuttgart zu „Stuttgart 21“, deren Ergebnis die  Landesregierung als verbindlich akzeptieren muss. Schließlich betrifft  es die in der Region Stuttgart wohnenden Menschen am meisten. <br>-&nbsp;&nbsp;  &nbsp;Wenn eine landesweite Volksabstimmung erfolgt und diese – wie zu  erwarten – das Quorum verfehlt und deshalb ungültig sein wird, muss der  Landtag über den Ausstieg aus Stuttgart 21 selbst abstimmen. Echte  Demokraten werden dann die Mehrheitsmeinung der Abstimmenden beim  Volksentscheid respektieren, unabhängig vom Erreichen eines Quorums, und  im Landtag ihre Stimme entsprechend abgeben. Wir fordern von SPD und  Grünen, sich vor der Volksabstimmung verbindlich darauf zu verpflichten,  so zu verfahren und dann im Landtag geschlossen entsprechend dem sich  beim Volksentscheid ergebenden Mehrheitswillen abzustimmen.&nbsp; &nbsp;<br>-&nbsp;&nbsp;  &nbsp;Unverzüglich sollten die Bestimmungen in der Gemeindeordnung zu  Bürgerbegehren und Bürgerentscheiden so angepasst werden, dass ein  Bürgerentscheid in der Stadt Stuttgart zum Rückzug der Stadt aus dem  Projekt möglich wird.<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Wir fordern, dass nicht Milliarden Euro  für Stuttgart 21 verpulvert werden. Denn sie werden dringend für bessere  Schulen, eine bessere soziale Versorgung der Bevölkerung und andere  Infrastrukturprojekte im ganzen Land, wie z.B. die Rheintalbahn,  benötigt. Ein modernisierter Kopfbahnhof für Stuttgart verursacht  deutlich geringere Kosten und kann die Aufgaben eines modernen Bahnhofs  besser als „Stuttgart 21“ erfüllen, wie die Kopfbahnhöfe z.B. in München  Frankfurt/Main und Leipzig zeigen. &nbsp;<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Bundeskanzlerin Merkel hat  vor der Landtagswahl spekuliert, dass die erwarteten Mehrkosten für  Stuttgart 21 auch vom Bund übernommen werden könnten, um das umstrittene  Projekt doch noch zu retten. Die Bundestagsfraktion der LINKEN hat  daraufhin im Bundestag gefordert, dass auch der Bund keine weiteren  Gelder zuschießen darf. Wir erwarten von der Landesregierung, dass sie  sich dieser Forderung anschließt.&nbsp; &nbsp;<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;Wir fordern die  Landesregierung dazu auf, die notwendige Verfassungsänderung zur  Ermöglichung von gültigen Volksabstimmungen auch gegen den Willen der  CDU nach § 64 Abs. 3 der Landesverfassung durchzusetzen.&nbsp; Das ist  mittelfristig durch einen Volksentscheid über die Verfassungsänderung  möglich, am besten terminlich gekoppelt mit der nächsten Bundestagswahl.<br>-&nbsp;&nbsp; &nbsp;DIE LINKE fordert die Einstellung aller Verfahren gegen S21-Gegner/innen und Amnestie für die bereits Verurteilten.
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<p>VI. Prüfstein: Die Kommunen stärken
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<p>[Die  Endfassung dieses sechsten Prüfsteins steht derzeit noch nicht fest, da  dazu noch eine Abstimmung mit dem Antragsteller notwendig ist.]<br><br>DIE  LINKE in Baden-Württemberg wird die zukünftige Politik der neuen  Landesregierung daran messen, inwiefern sie diesen sechs Prüfsteinen und  anderen in unserem Landtagswahlprogramm genannten Kriterien gerecht  wird. Ein wirklicher Politikwechsel muss auch unter einer  Grünen/SPD-Regierung erkämpft werden.<br><br><br></p>]]></content:encoded>
                <category>Beschluss</category><category>3. Landesparteitag</category>
                
            </item>


            
            <item>
                <guid isPermaLink="false">news-3842</guid>
                <pubDate>Wed, 20 Jul 2011 07:03:00 +0200</pubDate>
                <title>Kein Weiter-So in der Drogenpolitik!</title>
                <link>https://www.die-linke-bw.de/partei/parteitage/3-landesparteitag/1-tagung-161772011/news/kein-weiter-so-in-der-drogenpolitik/</link>
                
                <description></description>
                <content:encoded><![CDATA[<p>DIE LINKE in Baden-Württemberg kritisiert das drogenpolitische Weiter-So  der grün-roten Landesregierung. So erfreulich es ist, dass das Kabinett  Kretschmann die Prävention, insbesondere im Bereich der legalen Drogen  ausbauen will, bleibt doch völlig offen, was das konkret bedeuten wird.
</p>
<p>Mit völligem Unverständnis nimmt DIE LINKE das völlig Fehlen des Themas  Cannabis im Koalitionsvertrag zur Kenntnis. Insbesondere die Grünen  hatten in ihrem Wahlprogramm klare Aussagen zu diesem Politikfeld  gemacht und auf diese Weise sogar eine Wahlempfehlung des Deuschen  Hanfverbandes erhalten (noch vor der LINKEN). Im Koalitionsvertrag ist  davon nichts übrig geblieben. Insbesondere die Umsetzung des  "Cannabis-Urteils" des Bundesverfassungsgerichts von 1994 muss dringend  erfolgen, wozu eine klare Definition des Begriffs der "Geringen Menge"  notwendig ist. DIE LINKE hat in Berlin gezeigt, wie es gehen kann.
</p>
<p>Ebenfalls völlige Fehlanzeige herrscht in der Frage von "Drug-Checking",  obwohl ausnahmslos positive Erfahrungen aus der Schweiz und Österreich  vorliegen. Auch hier zeigt DIE LINKE in Berlin, wie es gehen kann, indem  dort die Einrichtung von Drug-Checking-Angeboten im Bereich der  Sekundärprävention vorangetrieben wird.
</p>
<p>Die grün-rote Koalition will die Methadon-Substitution ausbauen. Doch im  Koalitionsvertrag fehlt eine Aussage zu Konsumräumen für Abhängige,  deren Einrichtung durch das Land möglich gemacht werden kann.  Insbesondere, nachdem Städte wie Mannheim schon seit Jahren dringenden  Bedarf an solchen lebensrettenden Einrichtungen angemeldet haben.
</p>
<p>Das Kabinett Kretschmann will die Diamorphinbehandlung für  Opiatabhängige unterstützen. Das ist erfreulich. Deshalb sollte das Land  Baden-Württemberg sich auf der Bundesebene für eine Entschärfung der  Kriterien zur Originalstoffabgabe einsetzen, da sonst diese Therapie von  kaum einer Stadt überhaupt betrieben werden kann, was in den meisten  Fällen einer Verhinderung der Diamorphinbehandlung gleich kommt.
</p>
<p>[Beschlossen durch den Landesparteitag der LINKEN Baden-Württemberg am 17. Juli 2011]</p>]]></content:encoded>
                <category>Beschluss</category><category>3. Landesparteitag</category>
                
            </item>


            
            <item>
                <guid isPermaLink="false">news-3952</guid>
                <pubDate>Wed, 20 Jul 2011 06:24:00 +0200</pubDate>
                <title>Für ein bürgerfreundliches Informationsfreiheitsgesetz</title>
                <link>https://www.die-linke-bw.de/partei/parteitage/3-landesparteitag/1-tagung-161772011/news/fuer-ein-buergerfreundliches-informationsfreiheitsgesetz/</link>
                
                <description></description>
                <content:encoded><![CDATA[<p>Zu den im Koalitionsvertrag vereinbarten Regelungen zum Informationsfreiheitsgesetz fordert DIE LINKE die Landesregierung auf, ein zu beschließendes Informationsfreiheitsgesetz unter der Maßgabe der folgenden Kriterien umzusetzen:
</p>
<p>&nbsp;</p><ul class="list-normal"><li>den klaren Rechtsanspruch der Bürgerinnen und Bürger auf nachvollziehbare Transparenz und unverzügliche beziehungsweise zeitnahe umfassende Information zu Vorgängen und Daten der Verwaltungen festzulegen und die Verwaltungen des Landes zu einem entgegenkommenden Verhalten zu verpflichten;</li><li>mögliche Widersprüche mit anderen Gesetzen und Bestimmungen zu klären und gegebenenfalls zugunsten der Informationsfreiheit zu regeln;</li><li>Zuständigkeiten und unabdingbare Ausnahmen (Persönlichkeitsrechte etc.) nachvollziehbar klar und eindeutig zu formulieren beziehungsweise auf solche ausdrücklich zu verweisen;</li><li>Ausnahme-, Kann- und Soll-Regelungen auf ein unabdingbares Mindestmaß zu reduzieren;</li><li>Einrichtungen und Gesellschaften, die sich überwiegend oder ganz in öffentlicher Hand befinden (Stadtwerke, Abfallwirtschaftsunternehmen etc.) ausdrücklich in die Auskunftspflicht mit einzuschließen;</li><li>eine Auskunft nach dem Informationsfreiheitsgesetz tatsächlich unverzüglich und in einfachen Fällen kostenlos, bei aufwändigeren Anfragen zeitnah und kostengünstig, zu gewährleisten. Für Auskünfte sind klare Fristenregeln vorzusehen und die oder der Auskunfsbegehrende im Zweifels- oder Verweigerungsfalls unverzüglich zu benachrichtigen.</li></ul>]]></content:encoded>
                <category>Beschluss</category><category>3. Landesparteitag</category>
                
            </item>


        </channel>
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