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Presse


„Die können besser miteinander, als man denkt“

Bernd Riexinger

Linken-Vorsitzender Riexinger über die Zukunft seiner Partei nach dem Abschied von Gregor Gysi

Bruchsal. Mit dem angekündigten Rückzug von Gregor Gysi endet bei der Linken eine Ära. BNN-Redakteur Tobias Roth traf den Linken-Vorsitzenden Bernd Riexinger (59) gestern Abend vor seinem Auftritt im Bruchsaler Bürgerzentrum und fragte, wie es weitergeht.

Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch sollen angeblich die künftige Doppelspitze der Fraktion bilden. Können Sie Vollzug melden?

Riexinger: Nein, das kann ich nicht. Am Montag tagt der geschäftsführende Vorstand und Katja Kipping und ich werden dann unseren Vorschlag unterbreiten.

Aber es deutet doch alles auf Wagenknecht und Bartsch hin …

Riexinger: Sie können mich noch lange löchern, vor Montag halte ich mich an das vereinbarte Stillschweigen. Aber natürlich sind die beiden ganz heiße Kandidaten und wir haben auch gesagt, dass wir diese Lösung favorisieren.

Wagenknecht hatte eigentlich nach der Griechenland-Entscheidung im Bundestag gesagt, sie werde nicht für den Fraktionsvorsitz kandidieren. Mussten Sie sie lange überreden, ihre Entscheidung zu revidieren?

Riexinger: Das war ein unerwarteter Schritt. Wir haben miteinander gesprochen und sie weiß auch, dass sie in der Verantwortung steht.

Ist sie nicht ein Risiko? Wenn es in der Fraktion mal wieder Meinungsverschiedenheiten gibt, könnte sie hinschmeißen …

Riexinger: Es ist das Schicksal aller Führungspersonen einer Partei, dass sie verschiedene Positionen integrieren müssen und nicht nur ihre persönliche Meinung vertreten können. Und wenn Sahra Wagenknecht in der Verantwortung steht, wird sie der auch gerecht werden. Davon bin ich überzeugt.

Es ist kein Geheimnis, dass Wagenknecht und Bartsch nicht unbedingt gut miteinander können …

Riexinger: Die beiden können besser miteinander, als man denkt. Die können ganz gut zusammenarbeiten. Wenn es zu dieser Lösung an der Fraktionsspitze kommt, wäre der Vorteil, dass beide Flügel der Partei abgedeckt sind.

Waren Sie eigentlich über Gysis Rückzug informiert, bevor er auf dem Parteitag sprach?

Riexinger: Ja, er hat mich vorher informiert. Ein so hervorragender Rhetoriker ist natürlich schwer zu ersetzen. Wir haben ihn auch aufgefordert, weiterzumachen, ich habe aber für seine Entscheidung vollstes Verständnis. Er wird uns dennoch erhalten bleiben, das hat er auch deutlich gemacht, es ist kein Abschied von der Politik.

Nächstes Frühjahr steht die Landtagswahl an. Was hat sich die Linke vorgenommen?

Riexinger: Unser Motto ist: Die Linke in den Landtag. Und ich glaube, wir haben gute Chancen. Der angekündigte Politikwechsel von Grünen und SPD ist ausgeblieben, viele Wähler sind enttäuscht. Dort wo Reformen angegangen worden sind, stottert der Motor oder ist ganz zum Erliegen gekommen. Für Erwerbslose, streikende Erzieherinnen oder Postboten hat Herr Kretschmann kaum ein Wort übrig. Und Herr Schmid hat sich mit der SPD auf die Rolle als Buchhalter konzentriert.

BNN-Interview

Quelle: BADISCHE NEUESTE NACHRICHTEN

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