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Lehrkräfte dringend gesucht - aber nicht eingestellt

Die Linke Baden-Württemberg solidarisiert sich mit dem offenen Brief von Referendar*innen und lehrbefähigten Gymnasiallehrkräften, die eine Kehrtwende in der Einstellungspolitik des Landes fordern.

„Die Situation ist absurd: Während die Landesregierung den Lehrkräftemangel beklagt, erhalten gut ausgebildete Lehrkräfte oft nur befristete Verträge und unsichere Perspektiven. Das demotiviert und treibt qualifizierte Fachkräfte aus dem Beruf", so Sahra Mirow, Landessprecherin der Linken Baden-Württemberg und Mitglied des Bundestag. „Die Umstellung auf G9 darf nicht dazu führen, dass qualifizierte Lehrkräfte nicht übernommen werden“, fügt Mirow hinzu, „die Umstellung betrifft dieses Jahr gerade mal die 5. Klassen. Das erklärt nicht, warum mehr als die Hälfte der Bewerber*innen nicht übernommen wird.“

Elwis Capece, Landessprecher der Linken Baden-Württemberg, ergänzt: „Wir wollen mit den betroffenen Lehrer*innen in den Dialog treten und fordern die Landesregierung auf, umgehend einen überparteilichen Arbeitskreis zur Reform der Einstellungspraxis einzusetzen. Wir fordern transparente Stellenausschreibungen, unbefristete Verträge und die Anerkennung von Berufserfahrung. So kann der Lehrerberuf wieder attraktiv werden. Gemeinsam mit den vielen qualifizierten Referendar*innen und lehrbefähigten Lehrkräfte haben wir jetzt die Chance, den im internationalen Vergleich viel zu hohen Klassenteiler zu senken, Unterrichtsausfall zu verringern und endlich einen echten Bildungsturbo zu starten. Diese Chance müssen wir nutzen."

Der offene Brief macht deutlich, dass im aktuellen Listenverfahren nur etwa 100 von 1.600 Bewerber*innen eine Stelle erhalten haben. Viele Lehrkräfte müssen sich jedes Jahr erneut um eine Anstellung bemühen, obwohl sie bereits Berufserfahrung gesammelt haben. Diese Praxis führt zu finanzieller Unsicherheit, psychischer Belastung und fehlender Planbarkeit im Lebensalltag der Betroffenen.    

"Wir teilen den Appell der Betroffenen. Die Zukunft unserer Schulen hängt davon ab, dass wir junge Lehrkräfte halten und fördern. Die Landesregierung muss jetzt handeln", so Capece abschließend.

Hintergrund:

Der offene Brief ist auf Change.org veröffentlicht und hier eingesehen werden.