Presse
Rassistische Äußerungen von Vöhringens Bürgermeister Stefan Hammer
Vöhringens Bürgermeister Stefan Hammer hat Mitbürger*innen mit Migrationsgeschichte das Recht auf gleichberechtigte Teilhabe abgesprochen. In einer videodokumentierten Auseinandersetzung sagte er zu der Familie: „Wir sind hier in Deutschland – hier gibt's Gesetze, an die sich auch ihr zu halten habt“, „Wenn's euch nicht passt, geht zurück“ und „Ihr wollt ein Grundstück kaufen? Kauft doch eins in der Türkei“.
Bereits in der letzten Gemeinderatssitzung verweigerte er einem Einwohner das Recht, Bürgerfragen zu stellen – mit der Begründung, dieser besitze keine deutsche oder EU-Staatsbürgerschaft. Der aktuelle Vorfallt reiht sich in ein klares Muster: Hammer vertritt ein Weltbild, das Menschen nach Herkunft kategorisiert und Rechte hierarchisiert.
Aynur Karlikli, Migrationsbeauftragte der Linken Baden-Württemberg, widerspricht Hammers Behauptung, es handle sich um eine „emotionale Entgleisung“:
„Rassismus ist kein Ausrutscher, sondern Ausdruck des eigenen Denkens. Herr Hammers wiederholtes Verhalten beweist: Für ihn gibt es Menschen erster und zweiter Klasse. Ein Bürgermeister, der Teilhabe an Staatsbürgerschaft knüpft und Menschen ihre Zugehörigkeit abspricht, hat sein Amt verwirkt. Ich fordere seine sofortige Amtsenthebung.“
Der Vorfall müsse Anlass sein, Diskriminierungsschutz auch gegenüber Amtsträgern strukturell zu verankern. „Dass ein Bürgermeister offen rassistische Praktiken zeigt, beweist: Dieses Denken ist tief verwurzelt. Dagegen werde ich mich immer stellen – egal aus welcher Ecke es kommt.“
Karlikli dankt den Betroffenen für ihren Mut: „Sie stehen für all jene, die unser Zusammenleben prägen und dennoch als ‚fremd‘ markiert werden. Doch Zugehörigkeit ist nicht verhandelbar: Jeder Mensch hier hat das gleiche Recht, Teil dieser Gesellschaft zu sein – unabhängig von Pass oder Herkunft.“
