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Kitas in der Krise: Erprobungsparagraf darf Fachkraftschlüssel nicht aufweichen

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In Baden-Württemberg fehlen rund 60.000 Kitaplätze. Die Landesregierung will auf die Kitakrise mit dem sogenannten „Erprobungsparagrafen“ reagieren. Der entsprechende Gesetzesentwurf wird heute im Landtag beraten. Die Linke kritisiert die Landesregierung.

Luigi Pantisano, stellv. Linke Landessprecher und Stadtrat in Stuttgart, erklärt: „Die Krise in den Kitas ist selbst verschuldet. Seit 10 Jahren gibt es den Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz. Die Landesregierung hätte längst handeln müssen. Dass jetzt 14.800 Erzieher:innen in Baden-Württemberg fehlen, ist das Ergebnis einer verfehlten Sozial- und Bildungspolitik der letzten Jahre. Der Erprobungsparagraf darf nicht zur Schleifung von Arbeitsrechten und zur Aufweichung des Fachkräfteschlüssels führen. Kitas dürfen nicht zu Verwahranstalten werden.

Die Landesregierung schiebt mit dem Gesetzesentwurf die Verantwortung auf die Kitaträger und hofft auf kreative Lösungen im Kleinen. Die Kitas sind am Limit und damit auch die Fachkräfte, die Eltern und die Kinder. Die Landesregierung muss das Problem endlich an der Wurzel packen. Ohne eine echte Ausbildungsoffensive, wird das Problem langfristig nicht behoben werden. Die Ausbildung muss grundsätzlich vergütet werden. Mit einem Azubi Gehalt zur Erzieher:in muss man sich in Stuttgart, Freiburg oder Heidelberg das Leben leisten können. Es braucht mehr Ausbildungs- und Studienangebote. Kurzfristig müssen die Kitas finanziell gut ausgestattet werden. Das Land muss die Kommunen dabei unterstützen. Es braucht zusätzliches Personal für nicht-pädagogische Aufgaben wie Verwaltungs- oder Hauswirtschaftstätigkeiten. Das würde die pädagogischen Fachkräfte entlastet und dafür müssen wir alles tun. Wir können es uns nicht leisten, dass auch nur eine weitere Erzieher:in aufgrund der katastrophalen Zustände in den Kitas kündigt.“