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Dringlichkeitsantrag

Titel: Konsequent für Frieden in der Ukraine!

Der Landesparteitag möge beschließen:

Am 24.02. begann der russische Überfall auf die Ukraine. Dieser völkerrechtswidrige Angriffskrieg

ist durch nichts zu rechtfertigen. Russland muss die Kampfhandlungen sofort einstellen und die

Truppen aus der Ukraine zurückziehen.

Wir haben die Aggression von Putin und seinem Regime in der Vergangenheit falsch eingeschätzt

und Putin unterschätzt.

Wir weisen Putins imperialistische Großmachtphantasien und das Absprechen der Ukrainischen

Souveränität entschieden zurück. Die Propaganda-Lüge, es ginge um die "Entnazifizierung" der

Ukraine ist angesichts der Bombardierung von Holocaust-Mahnmalen und dem Töten von

Buchenwald-Überlebenden einfach nur widerlich.

Seit Jahrzehnten ist dies die gefährlichste Situation für den Frieden in Europa. Die Bundesregierung

muss alles in ihrer Macht stehende tun, um mit diplomatischen und friedlichen Mitteln eine

Eskalationsspirale mit unbekanntem Ende zu verhindern.

Gleichzeitig gilt unsere volle Solidarität der ukrainischen Bevölkerung. Als LINKE Baden-

Württemberg rufen wir alle Menschen und insbesondere unsere Genoss*innen und Kreisverbände

dazu auf, sich an den zahlreichen Kundgebungen für den Frieden und Solidaritätsaktionen mit der

Ukraine vor Ort zu beteiligen.

Wir unterstützen Sanktionen gegen die Nutznießer des Putin-Regimes und insbesondere gegen die

Rüstungsindustrie in Russland.

Als Landesverband beziehen wir weiter folgende Positionen:

• Die Nachbarstaaten dürfen bei der Aufnahme von Geflüchteten nicht alleine gelassen

werden. Bund und Länder müssen das Land Berlin bei der Verteilung und Aufnahme der

Geflüchteten unterstützen. Hier muss insbesondere Baden-Württemberg aktiver werden.

• Alle geflüchteten Menschen müssen aufgenommen werden, eine rassistische Abwehr von

Geflüchteten nach Hautfarbe oder Ethnie an der Grenze lehnen wir ab.

• Für das Recht auf Desertation: Soldaten, die aus der russischen Armee desertieren, sollten in

Europa Asyl mit Familiennachzug bekommen.

• Ebenfalls müssen ukrainische Männer von 18-60 Jahren aus dem Kriegsgebiet fliehen

dürfen.

• Die Abhängigkeit Deutschlands und Baden-Württemberg von Autokratien durch fossile

Energieträger muss schnellstmöglich eingeschränkt und beendet werden. Hierzu müssen

erneuerbare Energieträger deutlich schneller ausgebaut werden und ein Programm für die

Umrüstung auf Wärmepumpen auf den Weg gebracht werden. Gerade Menschen mit wenig

Geld dürfen bei den hohen Gas- und Ölpreisen nicht auf der Strecke bleiben.

• Wir lehnen die geplante 100 Millarden-Aufrüstung der Bundeswehr ab. Insbesondere stellen

wir uns weiterhin gegen jeden Versuch eigene politische Meinungen im Grundgesetz

festzuschreiben. Die Schuldenbremse zeigt uns, dass das keine gute Idee ist.

• Wir lehnen Rassismus gegen russischsprachige Menschen, sowie die Einstellung von

Kultur- und Wissenschaftsbeziehungen mit Russland, ab. Für Frieden und die Stärkung der

Zivilgesellschaft in Russland ist ein solches Vorgehen kontraproduktiv.

• Wir unterstützen die Proteste der russischen Friedensbewegung und solidarisieren uns mit

allen Menschen die unter den autokratischen Bedingungen und Haftstrafen für Frieden in

Russland demonstrieren.

Mit dem Ukraine-Krieg stellen sich auch für uns als LINKE Fragen die einer genaueren

solidarischen Debatte mit Klärungsprozess und einer Positionierung, die große Teile unserer Partei

mittragen können, bedürfen. Insbesondere wollen wir in solidarischen Foren uns in nächster Zeit als

Landesverband eine klare und von möglichst weiten Teilen der Partei getragene Positionierung mit

unterfütterter Argumentation zu folgenden Fragen erarbeiten:

• Welche Wirtschaftssanktionen unterstützen wir?

• Wie positionieren wir uns zu einem sofortigen Stopp von russischen Gaslieferungen?

Begründung:

Inhaltliche erfolgt mündlich.

Begründung Dringlichkeit:

Eine Dringlichkeit liegt vor, da der Beginn des russischen Überfalls (24.02.) sich erst nach

Antragsschluss (19.02.) ereignete und eine inhaltliche Positionierung des Landesverbands aus

unserer Sicht dazu notwendig ist.

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